660.000 Euro für gute Ideen
Die Körber-Stiftung suchte Unternehmer, die 5.000 € für gemeinnützige Projekte spenden – und verdoppelte deren Einsatz. Die Resonanz auf „Anstiften — 50 Impulse für Hamburg“ war riesig: 66 Förderer machen mit. Seit 11. Juni steht fest, welche Initiativen sie unterstützen.

Die Körber-Stiftung hatte das Projekt „Anstiften" zu ihrem 50. Geburtstag gestartet. Die Idee: 50 Hamburger Unternehmen zusammenbringen mit 50 Initiatoren von vielversprechenden gemeinnützigen Projekten. Das Ziel: finanzielle Unterstützung und ein stadtweites Netzwerk aus Förderern und Geförderten. Bewerben konnten sich zum Beispiel Ini-tiativen und Vereine aus den Bereichen Bildung, Erziehung, Kunst, Kultur, Völkerverständigung, Jugend- und Altenhilfe sowie Umwelt.
Der Plan ging auf. Schon einen Monat nach Projektstart waren die gesuchten 50 Anstifter gefunden - darunter viele kleine und mittlere Unternehmen. Die Stiftung warb weiter, stockte ihren eigenen Beitrag von ursprünglich 250.000 € auf - und fand insgesamt 66 Partner. Mit deren Beiträgen stehen nun 660.000 € für kreative und innovative gemeinnützige Ideen zur Verfügung, finden sich 66 Paare von Unternehmern und Projekt-Initiatoren.
Kontakte in der Nachbarschaft
„Das löst eine Welle von Impulsen in der gesamten Stadt aus", glaubt Thomas Becker, Goldschmiedemeister aus dem Grindelviertel und einer der Anstifter. „Denn besonders wir Handwerksbetriebe können als Anstifter viel erreichen." Der Grund: Handwerker seien in ihrer Nachbarschaft verwurzelt und pflegten viele persönliche Kontakte. Becker freut sich, mit der Aktion Anstiften eine Initiative in seinem Viertel zu unterstützen: eine Ausstellung im Jüdischen Salon über die Glaubensbekenntnisse in Christentum, Islam und Judentum.
Unterstützung für Natur und Kinder
Ein ganz anderes Projekt stiften Maurermeister Oliver Jockers und Heizungsbau-Unternehmer Ronald Schöllhorn an. Im Arbeitsalltag sanieren sie Altbauten umweltgerecht - sehr gern wollten sie deshalb eine Umwelt-Initiative fördern. Die Heimstättenvereinigung Steenkamp e.V. passt also hervorragend, findet Maurermeister Jockers. Nach Privatisierung und Sanierung drohte in der Gartensiedlung der Zusammenhalt verloren zu gehen. Nun werden dort alte Obstsorten kultiviert, die Gärten gemeinsam wieder gepflegt. Jockers wird den Kontakt in die Gartensiedlung halten: „Zum jährlichen Steenkamper Obsttag kommen wir bestimmt!"
Wolfgang W. Springer war es dagegen wichtig, als Anstifter ein soziales Projekt zu fördern. Der Beitrag seines Unternehmens Springer Bio-Backwerk geht an die Klangstrolche, für die der Bäckermeister bereits seit Jahren spendet. Die Initiative organisiert kostenlosen Musik- und Instrumentenunterricht für Hamburgs Kinder - überall in der Stadt. Springer erzählt: „Wir haben selbst vier Kinder, die wir bestmöglich fördern und unterstützen. Das können aber nicht alle Eltern leisten." Weil Kinder trotzdem alle Chancen verdienen, ist der Beitrag aus Anstiften umso wichtiger - nicht nur für Springer.
Weitere Informationen:
www.hamburg-anstiften.de.
Anemone Schlich

