Passende Bewerber finden

EU-Mittel unterstützen die Vermittlung von Jugendlichen in Ausbildung

Das Handwerk bietet viele Ausbildungsplätze. Was oft fehlt, sind interessierte Jugendliche. Initiativen wie die Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten und Fördergelder aus dem Europäischen Sozialfonds ESF können bei der Suche nach Nachwuchs helfen.

Wenn Belgin Göregen für ihren Friseursalon in Wandsbek einen neuen Auszubildenden sucht, dann greift sie zum Telefonhörer und ruft bei der Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten e.V. (ASM) an. „Die ASM-Mitarbeiter prüfen genau, welcher Jugendliche zu meinem Betrieb passen könnte", sagt Göregen. Derzeit sind Gökhan Yildiz, 18, und Stephanie Ahlers, 19, bei der Friseurmeisterin in Ausbildung. Im Spätsommer wird noch eine weitere von der ASM vermittelte Auszubildende das siebenköpfige Team verstärken.

Unternehmensnachfolge sichern
Nicht immer klappt die Suche nach Auszubildenden so reibungslos. „Derzeit suchen wir dringend Nachwuchs und haben immer mehr Probleme, freie Ausbildungsplätze zu besetzen", betonte kürzlich Handwerkskammerpräsident Josef Katzer. So verzeichnet allein die Lehrstellenbörse im Internet mehr als 400 freie Ausbildungsstellen bei rund 200 Hamburger Handwerksbetrieben. Katzer möchte „vor allem mehr Jugendliche und Frauen für Handwerksberufe begeistern". Das sei schon deshalb notwendig, weil das Handwerk sonst Probleme bei der Unternehmensnachfolge bekomme.
Initiativen wie die Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten können helfen, die Lücke zu schließen. Auch die bei der Handwerkskammer angesiedelten Projekte „Passgenaue Vermittlung", und „PAULiH - Pro Ausbildung und Lehrstellen im Handwerk" stellen den Kontakt zu motivierten Jugendlichen her, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz im Handwerk sind.

Ausbildungsbetrieb werden
Elektromeister Miroslav Mach ist seit neun Jahren selbstständiger Handwerker. Er führt inzwischen einen Ausbildungsbetrieb: „Auf dem Weg dahin hat es überhaupt keine Probleme gegeben, da hatte ich die volle Unterstützung der Handwerkskammer", sagt er. Im Mai hat sein zweiter Auszubildender, der 19-jährige Mathäus Dudek, seine Stelle angetreten.

Zwar benötigen nicht alle Unternehmer mit Migrationshintergrund Hilfe bei der Suche nach Auszubildenden, wie ASM-Projektleiterin Susanne Dorn betont. Dennoch kann die ASM eine stolze Bilanz vorweisen: „In den vergangenen zehn Jahren haben wir mehr als 1.000 Jugendliche in Hamburger Betriebe vermittelt", freut sich Dorn. Das gelang nicht zuletzt dank der Unterstützung mit öffentlichen Fördermitteln. So werden die beiden ASM-Projekte „Ausbildungsservice für Handel und Dienstleistung" sowie „Weitblick" vom Europäischen Sozialfonds ESF unterstützt. Das Ziel des ESF ist dabei die nachhaltige Sicherung der Beschäftigung und der regionalen Wirtschaftskraft in Hamburg. Wie das in der Praxis funktioniert, haben Unternehmer wie Friseurmeisterin Belgin Göregen bereits erfahren.

Weitere Informationen:
Handwerkskammer Hamburg,
Eva Brandis, Tel.: 040 35905-706,
Projekte „Weitblick" und „Ausbildungsservice für Handel und Dienstleistung",
Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten (ASM) e.V., Susanne Dorn,
Tel.: 040 36138-769.