Wilkens: „Selbstbewusst Chancen nutzen“

Obermeistertagung der KH Rendsburg-Eckernförde

Zur Frühjahrstagung der Obermeister und Delegierten der Kreishandwerkerschaft (KH) Rendsburg-Eckernförde begrüßte Kreishandwerksmeister Georg Wilkens nicht nur die zahlreich erschienenen Obermeister und Delegierten, sondern auch drei Gastreferenten, die mit ihren Vorträgen neue Angebote für die Betriebe vorstellten bzw. über aktuelle handwerkspolitische Themen informierten.

Die Aktivitäten der KH in den zurückliegenden Monaten, darunter u.a. Treffen mit kommunalpolitischen Vertretern und auch dem Kooperationspartner KH Schleswig, standen am Anfang des Berichtes von Kreishandwerksmeister Georg Wilkens. Im Zusammenhang mit der Vielzahl von Terminen unterstrich er noch mal die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements. „Es ist wichtig, sich für das Handwerk in der Öffentlichkeit einzusetzen. Ich weiß aber auch, dass es manchmal auch eine Gratwanderung ist, Betrieb und Ehrenamt zu kombinieren.“

Angesichts der weltweiten Krise stellt Wilkens fest, dass die Losungsworte des Handwerks „Ehrbarkeit, Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit“ auf die heutige Zeit übertragen sehr aktuell seien. „Das Handwerk lebt diese Werte. Deshalb bieten sich jetzt viele Chancen.“ Angesichts der bevorstehenden Imagekampagne fordert er, „sich als Handwerk selbstbewusst und mit erhobenem Haupt in die politische Landschaft zu stellen.“

 

Rückgang bei Ausbildungszahlen
Flensburgs neuer Kammerpräsident Eberhard Jürgensen berichtete über einen leichten Rückgang bei den neuen Ausbildungsverträgen im Kammerbezirk, der auch landesweit bestätigt werde. „Entweder ist dies Ausdruck von Zurückhaltung oder weniger Bewerbern. Das muss man noch abwarten.“ Jürgensen bat die Obermeister, die geplante Imagekampagne bestmöglich zu unterstützen und diesen Wunsch auch in die Innung zu tragen.

Jörg Koll, Berater bei der Handwerkskammer Flensburg, stellte das neue Programm „Beteiligungskapital für das Handwerk“ vor, das über die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft nunmehr dem Handwerk Beteiligungskapital ab einem Betrag von 25.000 € ermögliche. Dabei wies er auf die Vorteile dieses Finanzierungsinstrumentes hin. „Beteiligungskapital wird wie Eigenkapital bewertet. Das verbessert in erster Linie das eigene Rating.“ Zudem halte das Programm auch flexiblere Rückzahlungsmöglichkeiten bereit.

Das Projekt „esa – eingliedern statt ausgliedern“, eine Initiative der Kreishandwerkerschaften im Land und der IKK Nord, stellte Klaus Leuchter vor. Er ging dabei auf die gesetzlichen Bestimmungen ein, die eine Wiedereingliederung von längerfristig erkrankten Mitarbeitern vorschreiben würden. Hauptziel sei es, Betrieben bei der Weiterbeschäftigung von Fachkräften mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder altersbedingten Einschränkungen zu helfen. Dabei verwies Leuchter noch mal auf die Vorteile, die dieses Angebot für die bei den Kreishandwerkerschaften angeschlossenen Betriebe beinhaltet.

Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer des „Handwerks Schleswig-Holstein e.V.“, berichtete über aktuelle politische Themen, darunter auch über die aktuelle Situation im Bereich der Tarifpolitik – von der Mindestlohndebatte bis hin zu der Rolle kleiner Spartengewerkschaften. Kritik äußerte er hinsichtlich der unnötigen Verzögerungen bei der Umsetzung des Konjunkturpaketes II. Dabei appellierte er auch an die Obermeister, die Erstellung der Wahlprüfsteine für die nächste Landtagswahl mit Informationen aus der Region zu unterstützen.

Elke Lebang, Georg Wilkens, Ebernahrd Jürgensen

Andreas Haumann