Großes Verständnis für das Handwerk
Erstes Gespräch mit neuem Wirtschaftsminister
Der Neue ist ein „alter Bekannter“: Im ersten Gespräch mit Wirtschaftsminister Jörn Biel konnte eine Vorstellungsrunde ausfallen. „Wir kennen uns doch alle“, begrüßte er die Präsidenten und Geschäftsführungen der beiden Handwerkskammern aus Flensburg und Lübeck sowie des „Handwerks Schleswig-Holstein e.V.“ zu einem ersten Meinungsaustausch.
Jörn Biel war zuvor Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Kiel. „Man hat deutlich gemerkt, dass Dr. Biel bei den für uns wichtigen Themen gut informiert ist, weil es Themen sind, die ihn auch früher schon beschäftigt haben“, stellte Horst Kruse, Präsident der Handwerkskammer Lübeck, fest. „Wichtige Themen“, das waren für beide Seiten die Umsetzung des Konjunkturpaketes II und die Verkehrsinfrastruktur in Schleswig-Holstein.
„Auf die Straße“
Stolz berichtete Biel, dass sein Ministerium bereits „einiges auf die Straße gebracht hat“. Sogar im wörtlichen Sinne, denn vor allem bei Autobahnen, aber auch im Forschungsbereich (Universitäten) sind bereits Aufträge vergeben worden. Gerade bei den Universitäten sind es Aufträge, die auch für das Handwerk interessant sind, weil z. B. die energetische Sanierung der Gebäude gefördert wird.
Einig waren sich das Handwerk und der Minister darüber, dass der Bereich der Schulsanierung für das Handwerk noch bedeutsamer sein wird. Förderanträge der Kommunen müssen über das Bildungsministerium und die Investitionsbank laufen.
Landeskoordinator?
Ulrich Mietschke, der Präsident des Handwerks Schleswig-Holstein e.V., äußerte die Befürchtung, dass bis zu den Sommerferien kaum Aufträge vergeben sein werden. Dennoch stand der Wirtschaftsminister der Idee eines „Landeskoordinators“ kritisch gegenüber, der zwischen den Kommunen und den handwerklichen Organisationen für einen reibungslosen Informationsaustausch sorgen könnte. „Er könnte sich aber auch als weiterer Flaschenhals erweisen“, so die Befürchtung des Ministers.
Sehr zufrieden war er, dass durch das Konjunkturpaket I zusätzliche Mittel für den Straßenbau bereitgestellt werden konnten, u. a. für die A 20: „Ich rechne jetzt damit, dass die Elbquerung im Jahr 2017 erreicht wird.“ Weitere vordringliche Aufgaben sind die Fehmarn-Belt-Querung und die erforderlichen Hinterlandanbindungen sowie ein Ausbau der B 5.
Zur Person: Jörn Biel
Dr. Jörn Biel ist 60 Jahre alt. Von 1982 bis 1985 war er als Referent im Wirtschaftsministerium tätig, so dass ihn manche Mitarbeiter noch „von früher“ kennen. Von 1985 bis April 2009 war er stellvertretender Hauptgeschäftsführer bzw. Hauptgeschäftsführer der IHK Kiel. Jörn Biel selbst sieht sich als „Diener der Wirtschaft“. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.
Andreas Katschke

