Albertsens letzte Amtszeit

Obermeistertagung der KH Flensburg Stadt und Land

Die Herbstversammlung der Obermeister der Kreishandwerkerschaft Flensburg Stadt und Land tagte auf Einladung der Gemeinde Handewitt im Jugendzentrum des Ortsteils Weding. Hauptpunkt war dabei die Wahl des Kreishandwerksmeisters, bei der Albert Albertsen einstimmig im Amt bestätigt wurde.

Der alte und neue Kreishand-
werksmeister Albert Albertsen
berichtete über die Aktivitäten
der Kreishandwerkerschaft.

Bei der Wahl zum Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft (KH) Flensburg Stadt und Land hatte der bisherige Amtsinhaber Albert Albertsen ein leichtes Spiel. Er vereinigte alle 17 Stimmen auf seine Person und startet damit in seine letzte Amtszeit, die 2014 enden wird.

Zuvor hatte Albertsen über die wichtigen Aktivitäten und Termine der KH seit dem Frühjahr berichtet. Dazu gehörten die Nachwuchswerbeveranstaltungen für Kindergärten, aber auch das neue Projekt zur Berufsorientierung sowie die Beteiligung an der Ausbildungsmesse Nordjob 2009.

Fusion gelungen
Als „Gastgeber“ begrüßte der hauptamtliche Bürgermeister Handewitts, Dr. Arthur Christiansen, die Obermeister. Er zog eine zufriedene Bilanz der Gemeindefusion der beiden vormaligen Gemeinden Jarplund-Weding und Handewitt zur neuen Großgemeinde Handewitt (seit dem 1. März 2008), der mit 11.000 Einwohnern drittgrößten im Kreis Schleswig-Flensburg. „Die Fusion der beiden Gemeinden darf man durchaus als gelungen bezeichnen. Beide vormaligen Gemeinden hatten unterschiedliche Stärken. Deshalb gab es auch gute Gründe für eine Fusion“, so Christiansen.

Die Steuerkraft Handewitts sei 2008 mit 950 € pro Einwohner vergleichsweise hoch gewesen – vornehmlich aus dem Einkommens- und Gewerbesteueraufkommen. Für das Jahr 2009 werde allerdings befürchtet, dass sich die Krise negativ auswirken werde. „Es wird weniger Geld geben. Dies belaste vor allen Dingen den Verwaltungshaushalt und damit auch die Spielräume der Gemeinde für Investitionen.“ Christiansen sprach von einem „guten Verhältnis“ zum Handwerk, denn immerhin 214 Handwerksbetriebe zählten zur Gemeinde. Durch die günstige Lage an der A7 mit den entsprechenden Gewerbegebieten, die immer stärker nachgefragt würden, sieht Christiansen für die Weiterentwicklung der Gemeinde gute Perspektiven.

Vergabeverordnung
Bei den Berichten aus den Innungen wurden auch Wünsche an die Gemeinde- und Stadtverwaltungen der Region formuliert. So sollten die Möglichkeiten der neuen Vergabeordnung, mit den erhöhten Grenzen für die freihändige Vergabe bzw. beschränkte Ausschreibung, auch konsequent genutzt werden. Darüber hinaus wurde gefordert, gerade bei öffentlichen Ausschreibungen auch die Angebote genauer unter die Lupe zu nehmen, die komplett nach unten ausreißen würden. Bei solchen extrem „güns-tigen“ Angeboten sollte der Nachweis der Auskömmlichkeit überprüft werden.

Die Konjunktur im Gebiet der KH ist weitestgehend stabil. Mit einer Gesamtzahl von über 1.000 Lehrlingen wurde dabei erneut die Bedeutung für den Bereich der Ausbildung aufgezeigt. Sorgen bereitet allerdings die Qualität der Lehrlinge, deren Ausbildungsreife für die meisten Handwerksberufe nicht ausreichend ist.

Angesichts des zusätzlichen Bedarfes an Schulungsräumen für Maßnahmen der Agentur für Arbeit und anderer Träger wurde auf der Tagung der Kauf einer Immobilie in unmittelbarer Nähe der Kreishandwerkerschaft beschlossen.

Andreas Haumann