Fundament und Sprungbrett

Zentrale Einschreibungsfeiern der Kreishandwerkerschaften

Einmal im Jahr sorgt das regionale Handwerk dafür, dass das Elbeforum in Brunsbüttel und auch das Stadttheater in Schleswig bis auf den letzten Platz gefüllt sind. Auf den zentralen Einschreibungsfeiern der Kreishandwerkerschaften (KH) Schleswig und Dithmarschen wurden insgesamt rund 600 neue Lehrlinge im Handwerk begrüßt.



Anders als in Schleswig trugen sich inBrunsbüttel sämtliche
Lehrlinge ein — flankiert von Obermeister Klaus-Johann
Hedde (re.) und dem Lehrlingswart Hans-Werner Timm
Die zentralen Einschreibungsfeiern in Schleswig und Brunsbüttel sind bedeutsame Termine. Dies beweist die Resonanz der teilnehmenden Gäste aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Angesichts des Anlasses gebührte jedoch die Hauptaufmerksamkeit den neuen Lehrlingen.

Stück Menschlichkeit

In Schleswig schrieben sich 14 Lehrlinge aus den verschiedenen Lehrberufen symbolisch in das Lehrlingsbuch der KH Schleswig ein –  stellvertretend für die ca. 300 neuen Lehrlinge des Jahres 2009. Kreishandwerksmeister Hans Christian Langner betonte, dass sich das Handwerk deutlich von anderen Wirtschaftsbereichen unterscheiden würde. Auch wenn selbst im Handwerk „der Zeitgeist der digitalen Technik das Arbeiten beeinflusst“, bewahre sich das Handwerk durch den Umgang miteinander und die Art des Arbeitens ein Stück Menschlichkeit. Langner lobte die anhaltend hohe Ausbildungsbereitschaft im Handwerk. Der Ausbildungsplatz sei nun gleichermaßen „Fundament und Sprungbrett“ für die Lehrlinge.

Udo Hansen, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Flensburg, stellte heraus, warum sich das Handwerk in der Krise als stabilisierender Wirtschaftsfaktor beweise: „Im Handwerk wird soziale Marktwirtschaft gelebt.“ Standortverbundenheit, starke Mitarbeiterbindung, hohes Ausbildungsengagement seien Wesenszüge der zumeist inhabergeführten Betriebe und würden die Stabilität dieses Wirtschaftsbereiches begründen.

Kreispräsident Eckhard Schröder und Pröpstin Johanna Lenz Aude gaben den Lehrlingen den Tipp, den Ausbildungsplatz als wichtige Chance für die weitere berufliche Perspektive zu schätzen. „Ich hoffe, dass Sie bei aller Arbeit zukünftig auch berufliche Erfüllung und eine echte Gemeinschaft finden werden“, sagte Schröder.

Letzte aufmunternde Worte erhielten die Lehrlinge von der Fleischerei-Fachverkäufern Inga Jürgensen, die über ihre Erfahrungen – angefangen von der Lehre bis hin zur 1. Bundessiegerin im Leistungswettbewerb der deutschen Handwerksjugend – berichtete. Eine sehr persönliche Schilderung, die viel Beifall erntete.

Ausbildung ist keine Sackgasse
Auch im Elbeforum begrüßte Kreishandwerksmeister Kurt Belde einen Großteil der 312 neuen Lehrlinge im Bereich der KH Dithmarschen. Belde nannte als wesentliches Kriterium für Erfolg im Beruf, dass man „in seiner Tätigkeit Glück und Zufriedenheit findet“. Ausbildung sei eine sichere Grundlage und führe in keine Sackgasse. Er warnte deshalb davor, Arbeitsmarktprobleme dadurch lösen zu wollen, indem auf eine fachgerechte Ausbildung verzichtet würde. Auch die Bedeutung der dualen Ausbildung hob der Kreishandwerksmeister hervor: „Eine voll verschulte Ausbildung ist wohl von niemandem gewollt und wahrscheinlich auch nicht bezahlbar.“

Wie in Schleswig, so diente auch in Brunsbüttel die Auszeichnung der innungsbesten Lehrlinge des Prüfungsjahres 2009 als kleiner Motivationsschub für die Neuen. Und dass sich Leistung auch lohnt, zeigte sich bei der Überreichung zahlreicher Präsente und Geldgeschenke.

Andreas Haumann