Die umworbene Generation

Zentrale Einschreibungsfeiern

„Gute Zukunftsperspektiven“ wurden den etwa 850 Lehrlingen bescheinigt, die im Herbst an den zentralen Einschreibungsfeiern der Kreishandwerkerschaften Lübeck und Westholstein teilnahmen. Sie kamen mit ihren Eltern, Partnern und Ausbildungsbetrieben, um den Beginn ihrer Lehrzeit festlich zu begehen.

250 Lehrlinge zogen in die Marienkirche zu Lübeck ein, und etwa 600 waren es in Horst aus den Betrieben in Pinneberg und Steinburg (Kreishand-werkerschaft Westholstein), um sich offiziell in die Lehrlingsrolle einzutragen. In beiden Einschreibungsfeiern der Kreishandwerkerschaften (KH) merkte man deutlich, dass es für die handwerklichen Betriebe selbstverständlich ist, die Ausbildung als Nachwuchssicherung für den eigenen Betrieb zu sehen. „Künftiger Fachkräftemangel“ war das „Wort der Stunde“.

Gute Perspektiven
Aber den „Umworbenen“ wurde auch deutlich gemacht, dass sie zwar keinen einfachen Weg vor sich haben, aber einen Weg, der ihnen gute Perspektiven bietet. „Nur mit guten Fachkräften kann der Handwerksbetrieb im Markt bestehen“, stellte der Lübecker Kreishandwerksmeister Hans Falkenhagen fest und versprach den jungen Leuten: „Genau dort wollen wir Sie hinführen, Sie sollen die Fachkräfte von morgen werden.“ Ähnlich der Gedankengang von Helmut Rowedder, Kreishandwerksmeister der Region Westholstein: „Sie haben jetzt alle Möglichkeiten, voll durchzustarten.“

Europa bestimmt
„Europa“ war ein wesentlicher Bestandteil beider Festreden. In Lübeck hob Reimer Böge, Abgeordneter des Europäischen Parlaments, hervor, dass die Europäische Union „Frieden, Freiheit und Wohlstand“ nach Europa gebracht habe und legte ein deutliches Bekenntnis zum dualen Ausbildungssystem ab: „Es ist eindeutig das beste Ausbildungssystem weltweit.“ Dies werde ihm von Bildungspolitikern aus allen europäischen Ländern immer wieder bescheinigt. Mahnende Worte fand dagegen der ehemalige Landtagspräsident Martin Kayenburg: Mit Blick auf die seit 2004 „meisterfreien Handwerke“, in denen seitdem die Ausbildungszahlen gesunken sind, hinterfragte er, ob „jede europäische Gleichmacherei ein Segen“ sei. Für ihn stellt der Meisterbrief als Qualifikation, aber auch als Zugangsberechtigung zur handwerklichen Selbstständigkeit, einen hohen Wert dar, der besonders geschützt werden müsse.

Wertvolles Tun
Dank und Anerkennung erhielten die ausbildenden Betriebsinhaberinnen und -inhaber von beiden Festrednern. Martin Kayenburg forderte sie auf, „in Ihrem wertvollen Tun weiterzumachen“.

Andreas Katschke