Vorschusslorbeeren
Amtsköste der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein
Reichlich „Vorschusslorbeeren“ an die Politik verteilten Kreishandwerksmeister Manfred Arp und Kammerpräsident Horst Kruse bei der Amtsköste der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein. Aber der Bürgermeister und die Abgeordneten von Bund und Land wurden von den Handwerksvertretern auch in die Pflicht genommen.
Erste Gespräche in neuen Ämtern (v .li:) Manfred Arp,Dr. Olaf Tauras undTorsten Geerdts. |
Rekordbeteiligung bei der Amtsköste: Fast 100 Gäste begrüßte Kreishandwerksmeister Manfred Arp, die als Gesprächsplattform des Handwerks in Neumünster dient. Einige der Gäste waren noch ganz frisch im Amt: Sowohl Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras als auch Landtagspräsident Torsten Geerdts müssen die „100-Tages-Frist“ erst noch hinter sich bringen. Manfred Arp bot jedoch beiden Hilfestellung an: „Die Kreishandwerkerschaft und die Betriebe in Neumünster werden Sie unterstützen.“
345 Milliarden €
Der Kreishandwerksmeister servierte seinen Zuhörern große Zahlen. Dabei wirkten die zusätzlichen Staatsausgaben von 100 Milliarden € in diesem Jahr, fast wie „Peanuts“ gegenüber dem prognostizierten Schaden durch Schwarzarbeit von 345 Milliarden €. „Schwarzarbeit schädigt gesetzestreue Unternehmen sowie deren Arbeitnehmer und führt zu ungleichen Wettbewerbsbedingungen“, skizzierte er schon eine Aufgabe für die Neugewählten in Stadt und Land. Ebenso wie der Kreishandwerksmeister sah auch der Lübecker Kammerpräsident Horst Kruse in den schwarz-gelben Koalitionsverträgen gute Ansätze für das Handwerk. „Wir werden Sie daran aber auch messen“, kündigte der Kammerpräsident an, vor allem mit Blick auf die Unterstützung ausbildender Betriebe.
Aufträge für das Handwerk
Der parteilose Bürgermeister Dr. Olaf Tauras, ehemals Geschäftsführer der Wirtschafts-Agentur Neumünster, würdigte die Arbeit der „Ermittlungsgruppe Schwarzarbeit“, die Neumünster gemeinsam mit den Kreisen Ostholstein und Plön betreibt: „Wir konnten ein erhebliches illegales Auftragsvolumen ermitteln.“ Noch wichtiger ist ihm allerdings, „Wege von der illegalen zur legalen Handwerksausübung“ aufzuzeigen. Dieser Weg könne natürlich nur über Aufträge erfolgreich sein, wozu auch öffentliche Aufträge gehören würden.
Hierzu konnte Henrik Harms, Geschäftsführer der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH), einige Erfolgsmeldungen geben, jedenfalls für die Aufträge des Landes und des Bundes. „97 % der Vorhaben sind soweit durchgeplant, dass im Spätherbst massiv Aufträge vergeben werden können“, so Harms. Er sicherte eine gewerkeweise Ausschreibung und die konsequente Anwendung der erhöhten Wertgrenzen zu.
Wichtiger Hinweis
Bei der Amtsköste erklärte Henrik Harms, Geschäftsführer der GMSH, dass der Erlass des Bundesbauministeriums, wonach bei beschränkten Ausschreibungen des Bundes nur präqualifizierte Betriebe aufgefordert werden dürfen, bis 2011 ausgesetzt ist. Auch bei Auftragsvergaben des Bundes haben also nicht präqualifizierte Betriebe wieder dieselben Startchancen.
Andreas Katschke

Erste Gespräche in neuen Ämtern (v .li:) Manfred Arp,