80-Stunden-Schnupperkurs
Neues Projekt zur Berufsorientierung
Praktika mit noch wirtschaftsnäherem Ansatz lautet eine stets wiederkehrende Forderung von Betrieben, um potenziellen Nachwuchs besser auf die berufliche Realität vorzubereiten. Ein neues Projekt setzt an diesem Punkt an. Mit dabei als Projektträger ist auch die Kreishandwerkerschaft (KH) Flensburg Stadt und Land.
Es herrscht Hochbetrieb in den Werkstätten der KH Flensburg Stadt und Land. Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Jahrgangsstufe kleben, malen, hämmern, sägen … – nicht als obligatorisches Praktikum in Kurzzeit, sondern für einen Zeitraum von zwei Wochen. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern Wirtschaftsakademie (WAK) und Jugendaufbauwerk (JAW) beteiligt sich die KH an einem Projekt, das die betriebliche Wirklichkeit noch besser abbilden soll und den Schülerinnen und Schülern über einen Zeitraum von zwei Wochen die Chance bietet, an einem „normalen“ Achtstundentag Berufe näher kennenzulernen.
Beide Seiten gewinnen

Information vor Ort: erst zaghafte Schritte im Beruf des Zimmererhandwerks.
Das wirtschaftsnahe Konzept möchte zum einen Jugendarbeitslosigkeit vermeiden, denn diese hat häufig ihre Ursache allein darin, dass es den Schülern und Schülerinnen an ausreichender Berufsorientierung fehlt. Zudem entstehen häufig komplett falsche Vorstellungen über die Anforderungen von Berufen. Damit dient das Projekt aber auch den Betrieben, wie KH-Geschäftsführerin Petra Schenkluhn bei der Pressekonferenz zur Vorstellung dieses neuen Ansatzes verdeutlichte: „Eine frühzeitige und individuelle Berufsorientierung in der Ausbildungspraxis hilft den Jugendlichen, realistische Vorstellungen über die Berufswelt und die eigenen Fähigkeiten und Interessen zu entwickeln. Und das erleichtert es den Betrieben, geeigneten Fachkräftenachwuchs zu gewinnen. Es ist damit ein Projekt von der Wirtschaft für die Wirtschaft.“
Die 13 verschiedenen Berufsbilder, die im Rahmen des zweiwöchigen Praktikums durchlaufen werden und jedem Schüler die Möglichkeit bietet, drei verschiedene Berufe kennenzulernen, werden an den jeweiligen Standorten der drei Kooperationspartner angeboten. Insgesamt acht verschiedene Berufe des Handwerks sind dabei vertreten – angefangen vom Maurer über die Berufe des Bäckers bzw. Konditors, des Friseurs, des Tischlers und Zimmerers bis hin zum Maler und Metallbauer sowie Feinwerkmechaniker.
Praxis hautnah erleben

Interessiert:
KH-Geschäftsführerin Petra Schenkluhn (Mitte) und
Susanne Herold (MdL).
Das Projekt wird finanziell vom Bundes-institut für Berufsbildung (BiBB) unterstützt. Geplant ist eine Zusammenarbeit mit insgesamt fünf Gemeinschafts- bzw. Regio-nalschulen im Stadtgebiet. Die Projektför-derung endet am 31. Dezember 2010. „Insgesamt 500 Schülerinnen und Schüler werden so in den Genuss kommen, innerhalb von zwei echten Werkstattwochen gemeinsam mit ihren Lehrern berufliche Praxis hautnah zu erfahren“, betont auch Flensburgs Schulrat Hans Stäcker und zeigt sich sehr zufrieden mit der Initiative, da diese nicht nur der Wirtschaft, sondern auch den Schülern „bei der Planung der eigenen beruflichen Zukunft eine wichtige Hilfe“ bietet.
Andreas Haumann

