Erfreulich stabil
Konjunktur im III. Quartal
Die Konjunkturumfrage unter knapp 400 Betrieben im Kammerbezirk Flensburg lag im Ergebnis über der Prognose. Maßgeblich getragen wurde die Konjunktur von der erfreulichen Entwicklung des Bauhauptgewerbes, des Ausbaugewerbes und des Nahrungsmittelgewerbes.
Gemäß der Auswertung beurteilten im Kammerbezirk (Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde und Dithmarschen sowie die Stadt Flensburg) 37 % der Betriebe ihre Lage mit „gut“, 44 % mit „befriedigend“ und 19 % mit „schlecht“. Das Ergebnis des Vorjahresquartals wurde damit leicht verfehlt. Dennoch erwies sich die Konjunktur entgegen aller Befürchtungen als erfreulich stabil. Beschäftigtenzahl, Umsatz und Auftragsbestand blieben gegenüber dem II. Quartal unverändert.
Bau- und Ausbaugewerbe zufrieden
Hauptursache war sicherlich die gute Beurteilung im Bauhauptgewerbe (42 % „gut“, 46 % „befriedigend“ und 12 % „schlecht“) und im Ausbaugewerbe (46 %, 34 % und 20 %) – wohl auch Ausdruck der gestiegenen Nachfrage durch das Konjunkturpaket II. Überaus erfreulich gestaltete sich auch die Situation im Nahrungsmittelgewerbe. Immerhin 71 % der Betriebe sprachen von einer guten und 29 % von einer befriedigenden Geschäftslage.
Etwas schlechter als der Durchschnitt beurteilte das Kfz-Gewerbe das III. Quartal. 80 % sprachen von einer befriedigenden Konjunktur, 20 % von einer schlechten. Auffallend war der Umsatzrückgang gegenüber dem II. Quartal, den jeder 2. Betrieb registrierte. Das Auslaufen der Umweltprämie scheint sich allmählich bemerkbar zu machen. Auch das Gesundheits- und das personenbezogene Dienstleistungsgewerbe erreichten nicht die Durchschnittswerte des Gesamthandwerks. Gleiches gilt für die Handwerke für den gewerblichen Bedarf, bei denen besonders die Metallberufe das Ergebnis drückten.
Kaum Veränderungen zum Jahresende
Vom IV. Quartal erwarten die Betriebe mehrheitlich keine Impulse. 66 % glauben an eine Situation wie im III. Quartal, 20 % an bessere und 14 % an schlechtere. Beschäftigtenzahl und Verkaufspreise bleiben fast unverändert, 37 % rechnen mit einem Rückgang bei den Investitionen. Optimistisch gehen die konsumnahen Handwerke in das vom Weihnachtsgeschäft geprägte IV. Quartal. Besonders das personenbezogene Dienstleistungsgewerbe, das Nahrungsmittel- und das Gesundheitsgewerbe rechnen mit einer leichten Belebung. Uneinheitlich sieht das Kfz-Gewerbe die weitere Entwicklung. 20 % glauben an eine Verbesserung, 30 % an eine Verschlechterung. Bauhaupt-, Ausbaugewerbe und die Handwerke für den gewerblichen Bedarf bewegen sich bei ihrer Prognose auf dem Niveau des Gesamthandwerks. In diesen Branchen erwarten zwei Drittel der Betriebe keine Veränderung. Der Rest teilt sich gleichmäßig auf eine optimistischere bzw. pessimistischere Prognose auf.
Deutschlandweit ist im Handwerk eine stabile Konjunktur zu beobachten. Getragen durch eine unverändert gute Binnennachfrage, die maßgeblich die Konjunktur im Handwerk bestimmt, zeigt sich dieser Wirtschaftsbereich als verlässlicher und stabilisierender Faktor in wirtschaftlich schwieriger Zeit.
Andreas Haumann

