„Mit den Augen des Kunden sehen“
75 Jahre Flensburger Kfz-Innung
Die frühen 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts standen für den Aufbruch in ein neues Zeitalter. Der Beginn der motorisierten Mobilität für jedermann zog verschiedenste Servicedienstleistungen rund um das Auto nach sich. Ein Trend, der im Jahre 1934 auch zur Gründung der Kfz-Innung Flensburg Stadt und Land führte.
![]() Branchentreff in schwierigen Zeiten (v. li.): Obermeister Günther Görrissen, Dr. Pero Micic, Rolf-Dieter Fröhling und Reimer Offenborn. |
Den Anlass des 75-jährigen Jubiläums kombinierte die Innung mit der einmal im Jahr stattfindenden Großveranstaltung der Kfz-Innungen aus dem nördlichen Landesteil. Als Referenten begrüßte Obermeister Günther Görrissen den Präsidenten des Kfz-Landesverbandes, Rolf- Dieter Fröhling, und den renommierten Zukunftsmanagement-Experten Dr. Pero Micic. Ihre Themen: „Perspektiven für das Kfz-Gewerbe in schwierigen Zeiten“ und „Erfolgsfaktor Zukunftsmanagement“.
„Derzeit profitieren wir noch von tollen Zulassungszahlen. Aber was kommt danach?“, stimmte der stellvertretende Obermeister Reimer Offenborn in die Zukunftsthemen ein. Man dürfe sich nichts vormachen. Die Auswirkungen des Endes der Umweltprämie würden erst in den nächsten Jahren spürbar, so Offenborn.
Verbandspräsident Rolf-Dieter Fröhling stellte fest, dass das Kfz-Gewerbe allein durch die Umweltprämie bundesweit 420.000 Neukunden gewonnen hätte. Allerdings hätten Händler von Premium-Marken kaum profitiert. Für die Zukunft machte er den Zuhörern aber Mut. Bundesweit rechne der Verband damit, dass sich die Neuzulassungszahlen bei gut 2,7 Prozent einpendeln werden. „Jedes Auto bringt ein Geschäft und zieht ein weiteres nach sich, auch wenn die Fahrzeuge immer langlebiger werden.“
Fröhlings Tipp, aus der Vogelperspektive neue Wege auszumachen, statt aus der Froschperspektive zu klagen, nahm auch Pero Micic auf. „Die Zukunft verlangt von Geschäftsführern Kapitänsqualitäten“, so der Zukunftsforscher. Denn einen Abstieg durch das geschickte Planen einer neuen Ära aufzufangen, macht langfristigen Erfolg realisierbar. Dazu nannte Micic Beispiele für die praktische Umsetzung von Zukunftstechnologien. „Vieles ist dabei sogar vorhersehbar.“ Und da der Kunde nur dafür bezahlt, dass wir positiv anders sind als der Wettbewerb, gab er abschließend den Rat: „Die Zukunft findet in Ihrem Kopf statt. Sie müssen allerdings mit den Augen des Kunden sehen.
Petra Schenkluhn


