Stabile Lage

Konjunkturumfrage

Die Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Hamburg im Sommer 2009 fiel positiv aus. Trotz Wirtschaftskrise sprechen ein Drittel aller Betriebsinhaber von einer guten Geschäftslage und knapp die Hälfte der Unternehmer sind zufrieden.

Die Ergebnisse der Konjunkturbefragung der Handwerkskammer Hamburg im Sommer 2009 (Berichtsraum April bis September) zeigen, dass die konjunkturelle Entwicklung im Hamburger Handwerk mit seinen 15.000 Betrieben und rund 129.000 Beschäftigten nach wie vor – in einem gesamtwirtschaftlich schwierigen Umfeld – außerordentlich stabil ist.

Im Vergleich zum Winter/Frühjahr 2008/09 ist der Anteil der Handwerksmeister, die ihre geschäftliche Situation als gut einstuften, um 13 Prozentpunkte auf 33 % gestiegen, während der Anteil von Betrieben mit einer schlechten Geschäftsentwicklung bei 21 % unverändert blieb. 46 % der Betriebe bewerteten ihre Lage als befriedigend. Verglichen mit dem Sommer 2008, als sich 45 % der Betriebe über eine positive Geschäftsentwicklung freuten und nur 7 % Sorgenfalten hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Lage hatten, hat sich die wirtschaftliche Dynamik im Hamburger Handwerk spürbar beruhigt. Doch noch immer prägen die positiv gestimmten Handwerksunternehmer das Bild. Fazit: Die konjunkturelle Hochstimmung aus dem Sommer 2008 hat sich zwar merklich abgekühlt, aber die Krise ist im Hamburger Handwerk noch nicht angekommen. Die Hamburger Handwerkswirtschaft zeigt sich auch im Sommer 2009 weiterhin robust und krisenfest!

Krisenspuren nur in einzelnen Branchen oder Gewerken!
Die insgesamt noch stabile konjunkturelle Entwicklung im Hamburger Handwerk war in fast allen Handwerksbranchen zu spüren. Ausgesprochen positiv entwickelten sich die Märkte für Produkte und Leistungen des Ausbaugewerbes (Ausnahme: Raumausstatter), und auch im Bauhauptgewerbe liefen die Geschäfte im Sommer deutlich besser als noch in den Wintermonaten davor, ausgenommen der Neubau. Erfreulich auch die Nachfragebelebung im Nahrungsmittel- und im Gesundheitshandwerk sowie bei den personenbezogenen Dienstleistungshandwerken. Deutlich gedämpfter ist die konjunkturelle Stimmung dagegen im Kraftfahrzeughandwerk und in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf. Die Abwrackprämie war offensichtlich nur Trostpflaster für die Pkw-Neuwagenhändler, die jedoch nicht zu einer positiven Branchenstimmung führte. Die rückläufige Industrie- und Exportkonjunktur sowie das Bremsen bei Ausrüstungsinvestitionen und die stockende Nachfrage im Maschinenbausektor haben in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf  zu einer spürbaren Nachfragedämpfung gesorgt. Insbesondere bei den Feinwerktechnikern stehen die Zeichen klar auf Rezession.


Kaum Beschäftigungsabbau

Die gute geschäftliche Entwicklung im Sommer 2009 führte im Hamburger Handwerk zu einer stabilen Beschäftigungssituation. Der noch im Frühjahr erwartete leichte Beschäftigungsabbau hat nicht stattgefunden. 17 % der Meister erhöhten die Zahl der Mitarbeiter, während 18 % Beschäftigung abbauten. Knapp zwei Drittel der Betriebe melden gleichbleibende Zahlen bei den Arbeitsplätzen. Und auch die Erwartungen für das Winterhalbjahr zeigen, dass es – wenn überhaupt – nur einen geringfügigen Beschäftigungsabbau geben wird. 87 % der Betriebe planen, die Zahl ihrer Beschäftigten konstant zu halten bzw. sie sogar zu steigern.

Dafür spricht auch die positive Erwartungshaltung des Hamburger Handwerks für das Winterhalbjahr 2009/2010. Handwerksmeister sind realistische Optimisten: Knapp ein Viertel rechnet mit einer Belebung des Geschäfts, während nur 17 % eine Abschwächung erwarten.

Klaus Fischer