Besser als erwartet

Handwerkskonjunktur des Kammerbezirks Lübeck im III. Quartal 2009

Überraschend gut behauptete sich die Konjunktur des Handwerks im Lübecker Kammerbezirk im III. Quartal 2009. Ein nachhaltiger Wirtschaftsaufschwung wird aber für das Jahresende noch nicht erwartet.

In den Sommermonaten Juli, August und September 2009 hat sich die Geschäftslage der gut 16.600 Handwerksbetriebe im Bezirk der Handwerkskammer Lübeck verbessert. Gut 300 Handwerksbetriebe, die auch diesmal wieder an der vierteljährlichen Konjunkturumfrage teilgenommen haben, beurteilten ihre wirtschaftliche Situation im III. Quartal 2009 wie folgt: 23 % nannten sie gut, 57 % befriedigend und 20 % schlecht (Vorquartal: 21 % gut, 48 % befriedigend, 31 % schlecht).

Trendwende in Sicht?
Mit vorsichtigem Optimismus kann davon ausgegangen werden, dass die eingebrochene deutsche Konjunktur in Kürze die Trendwende schaffen wird. Das setzt voraus, dass sich auch im letzten Quartal 2009 diese Stimmungsverbesserung fortsetzt. Die Betriebe sind aber noch unsicher, ob diese Aufwärtsbewegung geschafft wird. Das zeigt sich in der Prognose für das Herbstquartal 2009, denn nur 11 % der Betriebe erwarten eine Verbesserung,
72 % kaum Veränderungen, aber 17 % eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage.

Positiv ist aber zu bewerten, dass sich die wirtschaftliche Lage der Handwerksbetriebe im III. Quartal 2009 besser darstellt, als dies im Vorquartal vorausgesagt wurde. Im Frühjahr erwarteten nur 11 % der Betriebe eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage, 72 % prognostizierten kaum Veränderungen, aber 17 % sahen eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage voraus.

Der Konjunkturindex, also der Anteil der guten und die Hälfte der befriedigenden Einschätzungen für einen langfristigen Vergleich, stieg von 45 auf 51,5 Punkte. Dadurch legte der durchschnittliche Konjunkturindex ab 1994 leicht um 0,1 Punkte auf 45,5 Punkte zu. Die maximale Differenz der Beurteilungen zur Geschäftslage in den einzelnen sieben Gewerbegruppen lag mit 14,5 Punkten deutlich unter den Werten der Vorquartale (26 bzw. 34 Punkte). Das bedeutet, dass sich das Stimmungsbild der Handwerksbetriebe im Lübecker Kammerbezirk über alle Gewerke verfestigt. Es gibt also wie in den vorangegangenen Quartalen keine so großen Unterschiede mehr hinsichtlich der Beurteilung der Geschäftslage. Auch das ist ein Indiz dafür, dass in Verbindung mit dem insgesamt positiveren Ergebnis die wirtschaftliche Aufwärtsbewegung stabiler wird.

Handwerkskonjunktur stabil
„Deutschlandweit ist im Handwerk eine stabile Konjunktur zu beobachten. Das ist mehr als erfreulich“, sagte Horst Kruse, Präsident der Handwerkskammer Lübeck, anlässlich der Vorstellung der aktuellen Konjunkturumfrage. „Getragen durch eine unverändert gute Binnennachfrage, die ursächlich die wirtschaftliche Entwicklung des Handwerks bestimmt, zeigt sich das mittelständische Handwerk als verlässlicher und stabilisierender Faktor in wirtschaftlich eher unsicheren Zeiten“, so Kruse weiter.

Die Beurteilung der Geschäftslage im III. Quartal 2009 sieht in den einzelnen sieben Gewerbegruppen wie folgt aus: Die Sommerbelebung im Bauhauptgewerbe nach einem Konjunktureinbruch im Frühjahr wurde vom Ausbaugewerbe noch deutlich übertroffen. Am Tropf der Weltkonjunktur hängen am stärksten die industrienahen Gewerke. Relativ bescheidene Stimmungswerte dieser Betriebe waren die Folge. Die Kfz-Betriebe erwarten erst für das letzte Quartal 2009 eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage aufgrund des Auslaufens der Abwrackprämie.

Ein annähernd ausgewogenes Stimmungsergebnis präsentierten die Betriebe des Nahrungsmittelgewerbes, während sich das Gesundheitsgewerbe in „stabiler“ Lage befindet. Die besten Zukunftserwartungen für das Herbstquartal waren von allen sieben Gewerbegruppen beim personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe festzustellen.

Die weiteren Stimmungsindikatoren des III. Quartals 2009 wie Auftragsbestand, Umsatz, Investitionen und Verkaufspreise lagen alle im negativen Bereich. Nur die Beschäftigtenzahlen blieben gleich gegenüber dem Vorquartal.

Ausblick
Für das IV. Quartal 2009 rechnen die Betriebe ähnlich wie für das III. Quartal mit keiner Belebung, denn nur 11 % erwarten eine Verbesserung, 72 % kaum Veränderungen und 17 % eine Verschlechterung ihrer Situation.

Nicole Lafrenz