„Beste Statik für das Leben“

Friseur-Innung Rendsburg-Eckernförde

„Es wird sicherlich noch ein haariger Weg bis zur Rente“, lautete der humorvolle Ausblick der jungen Friseurin Irina Stroh in ihrer Dankesrede auf der Freisprechung der Friseur-Innung Rendsburg-Eckernförde.


Die Freisprechung - ganz offensichtlich ein Grund zu großer Freude.
Insgesamt 18 Gesellinnen und Gesellen wurden im Hohen Arsenal in Rendsburg freigesprochen. Zu den ers-ten Gratulanten zählten der Landrat des Kreises, Dr. Rolf-Oliver Schwemer, und Obermeister Kay Nehls. Nehls fand zunächst einige aufmunternde Worte für die ebenfalls anwesenden neuen Lehrlinge. „Ihr habt einen der schönsten Berufe gewählt. Er ist aber auch recht anstrengend, denn ihr müsst im Umgang mit dem Kunden immer nett, freundlich und höflich sein.“ Das Schöne am Friseurberuf machte Nehls daran fest, dass weder mit Akten, großen Maschinen oder Computern gearbeitet werde sondern direkt am Menschen. „Sie tragen mit Ihrer Arbeit zur Schönheit und zum Wohlbefinden der Kunden bei.“ Und wenn man den Beruf als Berufung verstehen würde, stünde einer erfolgreichen Ausbildung nichts im Wege.

Landrat Schwemer verdeutlicht gegenüber den Jungesellinnen und Junggesellen die wesentliche Änderung für das weitere Leben. „Sie stehen von nun an selbst in der Verantwortung, Ihre Zukunft sorgfältig zu planen.“ Für dieses – im übertragenen Sinne – „Haus der Zukunft“ sei eine Ausbildung nun mal die „beste Statik“. Angesichts der demografischen Entwicklung bescheinigte er dem neuen Nachwuchs beste Zukunftsperspektiven. „Heute fällt es schwer, Fachkräfte zu binden. Das spüre auch ich als Chef einer Verwaltung mit rund 700 Mitarbeitern.“
Nun hätten die Jungesellinnen und -gesellen es selbst in der Hand, wie sich ihre berufliche Zukunft entwickele. „Sie können weiterhin abhängig beschäftigt sein oder auch die Selbstständigkeit anstreben. Und egal für was Sie sich entscheiden. Wichtig ist eine positive Lebenseinstellung und der Mut und die Bereitschaft, sich auf neue Situationen und fachliche Herausforderungen einzulassen.“

Berufsschullehrer Matthias Flammiger geht davon aus, dass einige der Junggesellinnen und Junggesellen auch weiterhin ihren beruflichen Weg konsequent bestreiten und „etliche von Euch die Meisterprüfung ablegen werden“. Seine Kollegin Andrea Gutzmer sprach im Zusammenhang mit der Freisprechung von einer „Befreiung“. „Sie sind natürlich nun auch von allen Bindungen befreit, Ich erhoffe mir aber trotzdem, dass ihr das Maß an Wissbegierde in Zukunft aufrechterhaltet, um einer guten beruflichen Entwicklung entgegen zustreben.“

Andreas Haumann