Stefan Terwiel und Stefan Acampa haben Augenmaß und Gefühl
Hamburg
Die Anlagenbauer Stefan Terwiel (46) und Stefan Acampa (36) können mit ihren Unterarmen Wassertemperaturen bis auf ein Grad genau fühlen und Höhen bis zwei Meter zentimetergenau unabhängig von einander mit Augenmaß schätzen.
Das bewiesen sie als Kandidaten in Deutschlands beliebtester Samstagabendshow „Wetten, dass...?“. „Wette gewonnen“, verkündete Thomas Gottschalk zweimal. Im März 2008 fühlten das Duo Wassertemperaturen und Ende Februar 2010 bohrten sie mit Augenmaß.
Beide sind ein eingespieltes Team. Seit zehn Jahren arbeiten sie Seite an Seite in Stefans Terwiels Betrieb. „Da kommt man auf verrückte Ideen und bewirbt sich bei Wetten, dass“, sagt der Meister. Die Hamburger besannen sich auf das, was sie am besten beherrschen – ihr Handwerk. „Wasser ist unser zentrales Element. Deshalb waren wir sicher, dass wir Temperaturen bis auf ein Grad genau schätzen können“, sagt Stefan Terwiel. Doch der Weg in die Show dauerte lange. Zwei Jahre vergingen zwischen Bewerbung ,Tests und der Einladung in die Sendung. „Plötzlich durften wir in diese große Sendung. Das war so unwirklich“, erinnert sich Geselle Stefan Acampa. Bei jeder Gelegenheit übten beide mit Hilfe von digitalen Messgeräten. Wasserverauch: rund 2.000 Liter. Trainings und Proben liefen super – der Auftritt war nicht optimal. Wettpate Heiner Lauterbach behauptete kühn, Temperaturfühlen könne jede Frau beim Duschen. Thomas Gottschalk brachte Stefan Terwiel endgültig aus dem Konzept, als er ihm beim Sehtest auf die Sichtschutzbrille schlug. Terwiel: „Danach stand ich völlig neben mir.“ Die anschließenden Schätzungen waren zwar für den Sieg ausreichend. Aber die Kandidaten waren enttäuscht.
Für beide stand fest: Das können sie besser. Deshalb wollten sie unbedingt ein zweites Mal in die Show. Erneut besannen sie sich auf ihre tägliche Arbeit – diesmal auf ihr Augenmaß. Nicht noch einmal wollten sie Brillen aufsetzen müssen. Die Bohrerwette war geboren. Von zwei Seiten einer Wand wollten sie vorgegebene Höhen schätzen, dann bohren und sich in der Mitte treffen. Nach der Bewerbung im Herbst 2009 ging alles ganz schnell. Im Januar waren die Hamburger als Ersatzkandidaten in Friedrichshafen zu Gast. Dort erfuhren sie, dass sie am 27. Februar in Erfurt auftreten werden. Diesmal lief alles besser. Von vier Versuchen scheiterte unter den strengen Blicken von Thomas Gottschalk nur einer - Wette gewonnen. Jetzt wollen es beide noch einmal wissen. Terwiel: „Ideen gibt es noch viele. Deshalb hoffen wir auf einen weiteren Auftritt. Schließlich sind aller guten Dinge drei“.
Jens Seemann

