Alles schaffen können
Chefkonferenz 2010
Wohl jeder kennt seinen inneren Schweinehund. Er bewahrt einen vor Neuem und sorgt dafür, dass man mutige Entscheidungen vor sich herschiebt. Auf der Chefkonferenz der Handwerkskammer Schwerin wurde gezeigt, wie man ihn überlistet.
Dr. med. Stefan Frädrich mit „Günter“, seinem inneren Schweinehund. |
Für den promovierten Mediziner und Betriebswirt ist gute Selbstmotivation der Schlüssel für die verschiedensten Lebens- und Arbeitsbereiche – für klarere Entscheidungen, mehr Energie und Durchhaltevermögen, für persönliche Spitzenleistungen, oder glückliche Beziehungen.
Ein Tag voller Ideen
Frädrichs Vortrag stand bewusst am Ende eines ganzen Konferenztages zur Zukunftsgestaltung. Er setzte damit den Schlusspunkt für eine Reihe von spannenden, interessanten und neuartigen Vorträgen zu Themen, die die Konferenzteilnehmer als Unternehmer und Führungskräfte im Handwerk besonders interessieren.
Kammerpräsident Peter Günther machte in seiner Begrüßung deutlich, dass sich das Konzept der Chefkonferenz voll bewährt habe. „Der Erfolg der vergangenen Jahre hat uns davon überzeugt, dass diese wichtige Strategietagung ein jährlicher Fixpunkt unserer Kammerarbeit werden muss. Aus dem 2007 erstmals getesteten Prototypen ist ein wirkliches Erfolgsmodell geworden“, so Günther.
Spannende Zukunftsfragen
Den Auftakt des gemeinsamen Vormittagsprogramms nach der Begrüßung machte Dr. Steffen Kröhnert vom Berlin-Institut für Bevölkerungsentwicklung. Unter dem Titel „Das alte Land und das Meer“ stellte er die Frage nach der Zukunftsfähig keit des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Nach seiner Auffassung kann die Konzentration von Bevölkerung und Wirtschaft auf urbane Zentren nicht aufgehalten werden und die Unterschiede zwischen den Regionen werden unweigerlich größer. Nötig sei daher ein Paradigmenwechsel, der die eigene Entwicklung ermögliche, aber in Regionen ohne Potenzial auch Schrumpfungen akzeptiere. Im Anschluss setzte Harald Ostermann einen völlig anderen Akzent. Der Innovationsexperte hat es sich zum Ziel gesetzt, mit neuem Blickwinkel Horizonte zu eröffnen. Der Erfolg von neuen Produkten und Strategien sei nicht nur Glück oder Zufall, sondern System. Branchenübergreifendes Querdenken ermögliche sinnvolles „Regelbrechen“ und Produkte müssten nicht über den Preis neu definiert werden.
Beste Stimmung während der Vorträge und in den Pausen, in denen sich auch reichlich die Gelegenheit zu Gesprächen untereinander bot. |
Mit dem nachfolgenden Vortrag wurde durch Professor Rechenberg die Brücke von der Energieversorgung in die zukünftige Optimierung technischer Systeme nach Prinzipien der biologischen Evolution geschlagen. Seit dem Jahr 2000 ist Rechenbergs spannendstes Forschungsobjekt der Sahara-Sandfisch, eine Glattechse, die mit kleinster Festkörperreibung und minimalem Abrieb unter dem Sand der Dünen schwimmt. An der Sandfischoberfläche hat die Evolution ganze Entwicklungsarbeit geleistet. So besitzt polierter Stahl 34 % mehr Reibung als die Sandfischhaut. Diese und andere in der Natur vorkommenden Mechanismen bieten das Potenzial für neue Entwicklungen in der Wirtschaft.
In den übrigen Vorträgen stand dann besonders der Umgang mit Mitarbeitern im Fokus. Dr. Radtke gab Unternehmern Empfehlungen für Mitarbeiterbindung und -motivation, die besonders in Krisenzeiten auf dem Prüfstand stehen.
Alle Vorträge der Chefkonferenz 2010 stehen als Download unter www.hwk-schwerin.de bereit.
Petra Gansen

Dr. med. Stefan Frädrich mit „Günter“,
Beste Stimmung während der Vorträge und in den Pausen, in denen sich auch reichlich die Gelegenheit zu Gesprächen untereinander bot.