Was wäre unser Betrieb ohne Nachwuchs?
Standpunkt
„Was wäre das Leben ohne das Handwerk?“: Diese Frage stellt das deutsche Handwerk gerade in der Öffentlichkeit. Sie haben sicherlich schon Plakate gesehen, die die Antwort geben: Ohne Handwerk würden wir alle noch „auf den Bäumen leben“, würde es keine Zivilisation geben. „Was wären Handwerksbetriebe ohne Nachwuchs?“: Diese Frage stellen wir uns heute.
Peter Günther, Präsident der Hwk Schwerin |
Eberhard Jürgensen, Präsident der Hwk Flensburg |
Josef KatzerPräsident der Hwk Hamburg |
Horst KrusePräsident der Hwk Lübeck |
Leider fällt die Antwort ähnlich ernüchternd aus: Ohne Nachwuchskräfte, die in einigen Jahren die gut ausgebildeten Fachkräfte sind, die die Aufträge qualifiziert abarbeiten, wird es unsere Betriebe nicht mehr geben, zumindest werden wir sehr große Schwierigkeiten haben, die Zukunft der Betriebe zu sichern.
Dass das Szenario „Nachwuchsmangel“ schon sehr real ist, zeigt ein Blick nach Mecklenburg-Vorpommern. Dort gab es im Jahr 2000 noch über 28.500 Abgängerinnen und Abgänger aus den allgemein bildenden Schulen. In diesem Jahr werden es nur noch 11.600 sein, also nicht einmal die Hälfte.
In Mecklenburg-Vorpommern wird eine Entwicklung vorweggenommen, die auch Schleswig-Holstein und Hamburg treffen wird, wie ein Blick auf die Statistik im nördlichsten Bundesland belegt: Während 2006 noch etwa 25.000 Jugendliche die Haupt- und Realschulen verließen, werden es in zwei Jahren nur noch 21.000 sein.
Nachwuchsmangel
Diese Zahlen zeigen: Die Anzahl der Schulabgänger wird in den nächsten Jahren überall in Deutschland drastisch zurückgehen. Schon in diesem Jahr werden Lehrstellen auch in Berufen unbesetzt bleiben, die davon in der Vergangenheit nicht betroffen waren. Der Fachkräftemangel steht nicht nur vor der Tür, er hat sogar schon angeklopft. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat das deutsche Handwerk seineImagekampagne gestartet. Ziel ist es, junge Leute, vor allem auch Leistungsstärkere, für das Handwerk zu interessieren. Sie sollen sich mit den Vorteilen einer handwerklichen Ausbildung auseinandersetzen.
Das Handwerk ist an Vielfalt, Beschäftigungs- und Karrierechancen kaum zu überbieten. Auch die Perspektive „Selbstständigkeit“ ist in keinem Bereich so realistisch wie im Handwerk. Denn auch qualifizierte Betriebsübernehmer/innen werden in der Zukunft nicht einfach zu finden sein.
Noch sind die Chancen, einen oder mehrere geeignete Lehrlinge für die Ausbildung im eigenen Betrieb zu gewinnen, gar nicht so schlecht. Auch wenn die Schulentlasszahlen schon rückläufig sind, sind sie heute immer noch deutlich höher als sie in einigen Jahren sein werden. Viele Schulabgänger/innen sind durch Betriebspraktika, Werkstattwochen und zahlreiche Projekte zur Berufsvorbereitung besser auf den Start ins Berufsleben vorbereitet, als noch vor einigen Jahren.
Machen Sie den ersten Schritt: Treffen Sie die Entscheidung: „Ich bilde dieses Jahr (wieder) aus.“ Wir helfen Ihnen bei der Umsetzung mit vielfältigen Angeboten: mit den Ausbildungsberatern, den Ausbildungsplatzakquisiteuren, einer Lehrstellenbörse und Bewerberdatenbank im Internet, einer passgenauen Vermittlung und vielem mehr, was unsere Handwerkskammern anbieten – kompetent und kostenlos.
Bilden Sie aus – wir sind an Ihrer Seite!
Peter Günther, Eberhard Jürgensen, Josef Katzer und Horst Kruse

Peter Günther, Präsident der Hwk Schwerin
Eberhard Jürgensen, Präsident der Hwk Flensburg
Josef Katzer
Horst Kruse