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Bundesweite Imagekampagne gestartet

Ein Leben ohne Handwerk? Einfach unvorstellbar! Diese unumstößliche Tatsache ist leider kaum noch bewusst. Vieles wird als Selbstverständlichkeit gesehen. Was die Faszination „Handwerk“ sonst noch ausmacht, ist Gegenstand einer bundesweiten Kampagne, die mit der Ausstrahlung eines TV-Spots am 16. Januar 2010 offiziell gestartet wurde. Im Fokus: die Öffentlichkeit, die Jugend und das Handwerk selbst.

Kammerpräsident Eberhard Jürgensen (li.) und Kammerhauptgeschäftsführer Udo Hansen beim offiziellen Kampagnenstart Mitte Januar in der Handwerkskammer Flensburg.


Im Vorwege zum Kampagnenstart am 16. Januar, der auf breiter Front zahlreiche Anzeigenkampagnen in Zeitungen, an großen Plakatwänden, Kinospots und vieles mehr nach sich zog, wurde an den Standorten der Handwerkskammern bundesweit im Rahmen von zeitgleichen Pressekonferenzen über die Absichten der Kampagne informiert. Das Interesse von Seiten der Medien war beeindruckend. Fernsehen, Rundfunk und die Printmedien berichteten landesweit. 

Kampagnenauftakt

In Flensburg stellten Präsident Eberhard Jürgensen und Hauptgeschäftsführer Udo Hansen die wesentlichen Merkmale der Kampagne noch einmal heraus. „Es ist schon selten, dass das Handwerk bundesweit mit so großer Geschlossenheit dieser Kampagne zugestimmt hat. Wir erhoffen uns davon nicht nur einen Imagegewinn für das Handwerk, sondern auch, dass viele Jugendliche zukünftig den Weg in diesen Wirtschaftsbereich finden“, betonte Jürgensen.

Den Handlungsbedarf in Sachen Kampagne hatte letztlich eine Forsa-Umfrage im Jahr 2008 geschaffen, deren Ergebnisse alarmierend waren. „Das Handwerk ist weiten Kreisen der Bevölkerung nicht bekannt. Das betrifft nicht nur das Wissen um die verschiedenen Ausbildungsberufe. Es geht auch um deren Inhalte, die zum Teil hochtechnisiert und auch sehr innovativ sind“, betonte Hauptgeschäftsführer Hansen. Gerade für die Berufe, die sehr anspruchsvoll seien, sei es zukünftig dringend erforderlich, „auch die schulisch besser Qualifizierten für eine Ausbildung im Handwerk zu gewinnen.“

Vorbild Frankreich

Was mit einer Kampagne so alles möglich ist, zeigt das Beispiel Frankreich. Dort startete das Handwerk 1999 eine ähnliche Kommunikationsoffensive. „Bei dieser Kampagne gab es zwar andere Inhalte und Aussagen, der Erfolg war allerdings überragend“, betonte Hansen. Nicht nur die Sympathiewerte stiegen deutlich, auch das Ziel der Nachwuchsgewinnung hatte durch diese Kampagne ungeahnten Erfolg und brachte dem Handwerk in Frankreich rund 100.000 zusätzliche Lehrlinge innerhalb von zehn Jahren. „Dem Handwerk in Deutschland geht es aber auch darum, aufzuzeigen, welche Bedeutung die meist kleineren und inhabergeführten Betriebe für die Region haben – als Arbeitgeber und Ausbilder vor Ort“, so Hansen. Und was Handwerk so ganz nebenbei für die Zivilisation bedeuten würde, beleuchtet nicht zuletzt der TV-Spot. Statt mit unangebrachter Bescheidenheit sollen Handwerker zukünftig auch „mit Stolz und Selbstwertgefühl“ auftreten. „Auch das ist ein Ziel der Kampagne“, so Hansen.

Betriebe sollen Kampagne nutzen

Die Verbesserung des Images des Handwerks in Form dieser Kampagne ist sicherlich eine sehr große Aufgabe. Eine Aufgabe, die umso besser funktioniert, je mehr Betriebe sich den Möglichkeiten, die die Kampagne auch für die eigene Werbung bietet, nutzen. „Wir hoffen, dass möglichst viele Betriebe und deren Mitarbeiter mitmachen. Davon ist maßgeblich auch der Erfolg der Kampagne abhängig“, betonte Hansen (Lesen Sie dazu auch das „Thema des Monats“, Stichwort: Starterpaket für Betriebe). „Um das zu erreichen, muss natürlich auch ein Ruck durch das Handwerk gehen“, so Präsident Jürgensen.

Weitere Informationen unter:
www.handwerk.de

Andreas Haumann