Gutes Ergebnis zum Jahresende
Die Konjunktur im IV. Quartal 2009
Das Handwerk zeigt sich bislang relativ unbeeindruckt von den Krisenmeldungen. Die jüngste Umfrage unter ca. 400 Betrieben im Kammerbezirk Flensburg bestätigte die positive Erwartungshaltung für das IV. Quartal. Zum Jahresbeginn rechnen jedoch die meisten Branchen mit einer Abschwächung.
Anhand der Analyse der Umfragedaten sprachen im Kammerbezirk Flensburg 39 % von einer guten, 46 % von einer befriedigenden und 15 % von einer schlechten Geschäftslage. Damit wurde nicht nur das Vorquartalsergebnis, sondern auch das des Vergleichsquartals des Vorjahres übertroffen. Bezogen auf die Brancheneinzelergebnisse zeigt sich, dass das positive Gesamtergebnis des Handwerks im Berichtsquartal vor allem durch die anhaltend gute Konjunktur im Bereich des Bauhaupt- und Ausbaugewerbes (Beurteilungen der Geschäftslage: 40 % „gut“, 50 % „befriedigend“ und 10 % „schlecht“ bzw. 54, 36 und 10%) getragen wurde. Das Gesundheitsgewerbe konnte ebenfalls deutlich zulegen (37, 51 und 12 % gegenüber 14, 58 und 28 % im III. Quartal). Auch das personenbezogene Dienstleis-tungsgewerbe verbesserte sich gegenüber der letzten Umfrage (37 % „gut“, 38 % „befriedigend“, 25 % „schlecht“).
Prognose eingetroffen
Etwas schlechter als im III. Quartal schnitten dagegen die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (21, 45 und 34 %) und das Kraftfahrzeuggewerbe (null, 73 und 27 %) ab. Beide Branchen hatten allerdings für das IV. Quartal auch eine leichte Konjunkturverschlechterung prognostiziert. Das Nahrungsmittelgewerbe erreichte ebenfalls nicht das Ergebnis des Vorquartals. Dennoch gab es unter den befragten Fleischer- und Bäckereibetrieben nur „gute“ (20 %) und „befriedigende“ (80 %) Wertungen. Die Beschäftigtenzahl gegenüber dem Vorquartal blieb im Gesamthandwerk konstant. Während sich der Auftragsbestand leicht verbesserte und auch der Umsatz zulegen konnte, wurde im Handwerk generell etwas weniger investiert.
Rückgang für Anfang 2010 erwartet
Vom Winterquartal wird allgemein eine Konjunkturabschwächung erwartet. Insgesamt gehen nur 14 % der Betriebe von einer besseren Geschäftslage aus, 55 % rechnen mit keiner Veränderung und 31 %
prognostizieren eine Verschlechterung der Konjunktur. Diese Einschätzung deckt sich dabei mit den üblichen saisonalen Schwankungen. So verwundert es nicht, dass angesichts des strengen Winters auch die Branchen, die sich bislang so gut behauptet haben (Bauhaupt- und Ausbaugewerbe), mit einer spürbaren Abschwächung rechnen. Gleiches gilt für die Handwerke für den gewerblichen Bedarf und auch für das Kraftfahrzeuggewerbe, das sicherlich erst im Verlauf des Jahres 2010 die tatsächlichen Auswirkungen des Auslaufens der Abwrackprämie im Jahre 2009 spüren wird.
Das Gesundheitsgewerbe und auch das personenbezogene Dienstleistungsgewerbe glauben dagegen an eine weitere leichte Konjunkturbelebung. Im Gesundheitsgewerbe ist es immerhin jeder vierte Betrieb, der eine bessere Geschäftslage prognostiziert, beim personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe sind es sogar 37 %.Über alle Gewerbe hinweg rechnet das Handwerk mit etwas weniger Personal als zum Jahresende 2009. Bei relativ unveränderten Verkaufspreisen werden auch die Nachfrageentwicklung und die Investitionsneigung leicht rückläufig eingeschätzt.
Andreas Haumann

