Aufbruch im Handwerk
Auftakt der Imagekampagne in Hamburg
Josef Katzer stellt die geplanten Aktionen des Hamburger Handwerks vor und ruft jeden Handwerksbetrieb dazu auf, sich an der Kampagne zu beteiligen: „Eine solche Chance der Außenwerbung haben wir so schnell nicht wieder.“
Herr Katzer, was bedeutet für Sie die bundesweite Imagekampagne des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks?
Katzer: Diese Imagekampagne bedeutet einen Aufbruch für das gesamte Handwerk in Deutschland. Zum ersten Mal gibt es eine professionelle bundesweite Kampagne, die das Handwerk so modern zeigt, wie es ist. Seit dem 16. Januar laufen TV-Spots auf allen Kanälen und überall in Deutschland gibt es Kino- und Plakatwerbungen. Die nächsten fünf Jahre werden wir Handwerker auf uns aufmerksam machen und mit falschen Vorstellungen aufräumen. Diese Imagekampagne wird die Bedeutung des Handwerks für Gesellschaft und Wirtschaft darstellen, seine Vielfalt und Qualität in den Blickpunkt rücken und nicht zuletzt zeigen, wie innovativ das Handwerk ist.
Was ist das Besondere an der Kampagne?
Katzer: Das Besondere ist die Geschlossenheit, mit der das Handwerk auftritt. Jeder Betrieb ist aufgefordert mitzumachen. Die Menschen werden sehen, wie viele wir sind und was wir alles leisten. In Deutschland arbeiten 4,8 Millionen Menschen in 970.000 Handwerksbetrieben und erwirtschaften jedes Jahr einen Umsatz von über 500 Milliarden Euro. Diese Kraft und die Vielfalt des Handwerks wird die Kampagne vermitteln.
Profitiert auch das Hamburger Handwerk davon?
Katzer: Für unser Hamburger Handwerk ist das eine große Chance, unsere Leistung darzustellen. Neben der Präsenz durch viele Plakatierungen und Kinobuchungen werden wir in Hamburg eine Vielzahl von zusätzlichen Aktivitäten im Rahmen der Kampagne starten. Wir können den Sog der Kampagne für unsere Ziele nutzen, zum Beispiel für die Nachwuchsgewinnung oder um seine Vielfalt und Attraktivität zu verdeutlichen. Deshalb müssen wir in Hamburg an die bundesweite Kampagne anknüpfen und dafür zusätzliches Geld in die Hand nehmen.
Was kostet die Imagekampagne und wer finanziert sie?
Katzer: Für die beschlossene Laufzeit von fünf Jahren kostet die Imagekampagne auf Bundesebene über 50 Millionen Euro und wird von allen Handwerkskammern in Deutschland gemeinsam finanziert. Damit wir die bundesweiten Maßnahmen regional verstärken können, hat die Vollversammlung beschlossen, erstmalig seit 2006 die Mitgliedsbeiträge in diesem Jahr zu erhöhen. Denn nur so haben wir den Spielraum, mit lokalen Aktionen ganz gezielt auf das Hamburger Handwerk aufmerksam zu machen.
Wie viel wird das für jeden Betrieb ausmachen?
Katzer: Wir erhöhen die Beitrag um durchschnittlich 100 € im Jahr. Die Beiträge sind bei uns nach Leistungsfähigkeit gestaffelt. Dadurch werden im Sinne einer Solidargemeinschaft kleinere Betriebe natürlich weniger als größere Unternehmen belastet.
Wie werden die Mitglieder darauf reagieren?
Katzer: Unterschiedlich. Aber ich hoffe, dass die überwiegende Mehrheit unserer Mitglieder die Chancen sieht, die sich für das Hamburger Handwerk und für jeden einzelnen Betrieb ergeben. Aber überlegt man sich den Effekt, den wir mit diesem Geld erzielen, sind die Kosten vergleichsweise gering. Durch regionale Aktionen haben wir die einmalige Chance, die große Aufmerksamkeit, die die Kampagne bringen wird, für uns zu nutzen und gleichzeitig eigene Akzente zu setzen. Eine solche Gelegenheit, erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit und Außenwerbung für unsere Hamburger Handwerksbetriebe zu machen, bekommen wir nie wieder.
Was plant die Handwerkskammer in Hamburg für Aktionen?
Katzer: Die Planung der regionalen Aktionen ist im vollen Gange. Zum Beispiel denken wir darüber nach, an jedes Baugerüst Plakate der Kampagne anzubringen, die auch auf die Gewerke und die am Bau beteiligten Hamburger Firmen aufmerksam machen. So profitieren auch die Innungen und die einzelnen Unternehmen. Viele weitere Aktionen müssen noch abgestimmt werden. Selbstverständlich werden wir alle Mitglieder laufend über die aktuellen Aktionen informieren, zum Beispiel auf unserer Website, im NordHandwerk oder im Handwerksinfo, nur um einige zu nennen.
Können Mitgliedsbetriebe sich konkret an der Kampagne beteiligen?
Katzer: Natürlich, und die Teilnahme der einzelnen Betriebe an der Kampagne ist überaus wichtig. Wenn alle Unternehmen in Hamburg mitmachen, haben wir in Hamburg 130.000 Markenbotschafter, die das Handwerk in Hamburg sichtbar und lebendig machen. So viele Menschen arbeiten im Hamburger Handwerk und können den Kampagnenslogan verbreiten. Als ersten Schritt können die Betriebe die im Startpaket versandten Aufkleber an ihre Firmenwagen aufkleben und Poster und Plakate in ihren Unternehmen und Geschäftsräumen aufhängen. So hilft jeder Betrieb mit, das Handwerk in der Stadt allgegenwärtig werden zu lassen. Und ich kann nur jeden Betrieb dazu ermuntern, das auch zu tun! Zusätzlich dazu gibt es Logos für E-mail-Signaturen und Briefpapier, so dass auch die Korrespondenz der Betriebe im Zeichen der Kampagne stehen kann.
Beteiligen sich auch die Hamburger Innungen an der Kampagne?
Katzer: Selbstverständlich. Die Zusammenarbeit mit den Innungen klappt hervorragend. Wir als Handwerkskammer vertreten das gesamte Hamburger Handwerk. Die Innungen dagegen sollten darüber hinaus speziell auf die Leistung ihrer Gewerke aufmerksam machen.
Wird die Imagekampagne vom Senat unterstützt?
Katzer: Ja, und das freut mich sehr. Ausdrücklich unterstützt uns Ole von Beust. In einem Videofilm, in dem wir über die Kampagne und die geplanten Aktionen für Hamburg informieren, meldet sich auch der Erste Bürgermeister zu Wort. Er macht darin deutlich, wie wichtig das Hamburger Handwerk für die Hamburger Wirtschaft und Gesellschaft ist. In den nächsten Monaten und Jahren werden wir genau das den Menschen darstellen. Eins ist sicher: Es wird eine spannende Zeit.
Karin Gehle

