Stabilisierendes Element

Jahresschlussversammlung 2009

In seiner ersten Jahresschlussbilanz lobte Handwerkskammerpräsident Josef Katzer die Zusammenarbeit mit dem Senat, das schnelle und wirkungsvolle Handeln gegen die Krise. Zugleich forderte der Präsident Abbau in der Bürokratie, mehr Qualität in der Schulbildung. Für 2010 sieht er vor allem im Umweltmarkt große Zukunftschancen.

Zum ersten Mal in seiner Amtszeit lud Josef Katzer zur Jahresschlussversammlung.
Zum ersten Mal in seiner Amtszeit lud Handwerkskammerpräsident Josef Katzer zur traditionellen Jahresschlussversammlung in den Holstenwall. Vor rund 350 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zog Katzer über das wirtschaftliche Jahr 2009 Bilanz. Besonders hob er in seiner Ansprache die im Angesicht der Finanzkrise wieder entdeckten Werte des Handwerks hervor. „Persönliche Verantwortung, Regionalität, Nachhaltigkeit, Kundenorientierung sowie gesellschaftliches Engagement standen und stehen für das Handwerk“, so Katzer. Diese alten und beständigen Ideen und Verhaltensweisen des Handwerks seien plötzlich wieder en vogue. Das Handwerk und der Mittelstand hätten sich erneut als das stabilisierende Element in der Krise gezeigt und müssten nachhaltig gestärkt werden, betonte Katzer. Er wies jedoch darauf hin, dass die Auswirkungen der Krise auf das Handwerk 2010 deutlich zu spüren seien und auch mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen sei.

Nach Berlin gewandt begrüßte der Präsident grundsätzlich die Maßnahmen, die im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung festgeschrieben sind und forderte gleichzeitig deren konsequente Umsetzung. Als Beispiele nannte er: mehr Netto vom Brutto, Entlastung der Betriebe, Investitionen im Bildungsbereich, den Gesamtbeitrag der Sozialversicherungen unter 40 % zu halten, erneuerbare
Energien konsequent auszubauen und die Energieeffizienz zu erhöhen.

Katzer mahnte, dass die Bedeutung des Handwerks auch in Zukunft nicht wieder in Vergessenheit gerate. Gerade die solide Ausbildung zum Unternehmer, die letztlich hinter der Meisterausbildung stecke, habe sich in der Krise bewährt und dazu geführt, dass viele Arbeitsplätze erhalten werden konnten. Daher kritisierte Katzer die Pläne des Senats, die Meistergründungsprämie wieder fallen zu lassen. Die Meistergründungsprämie beinhaltet, dass die Stadt eine Firmengründung mit 5.000 € unterstützt und weitere 5.000 € zahlt,  wenn neue Stellen geschaffen werden. Auch forderte Katzer die Politik dazu auf, hinreichende Gewerbeflächen zur Verfügung zu stellen. „Die Mittelstandsfreundlichkeit einer Stadt zeigt sich auch darin, wie viele Standortflächen sie für den Mittelstand und das Handwerk bereithält und nicht in Wohnraum umwidmet.“

Erfolgreiche Konjunkturprogramme

Anerkennend hob Katzer die schnelle, richtige und kluge Umsetzung der Konjunkturprogramme seitens des Hamburger Senats hervor. Auch die Vorreiterrolle Hamburgs in der Klimaschutzpolitik finde die Unterstützung der Handwerkskammer: „Die Metropolregion Hamburg müsse eine Schlüsselstellung bei der Energieeinsparung im Gebäudestand, bei den erneuerbare Energien und bei der Elektromobilität einnehmen“, sagte Katzer und wies darauf hin, dass die Weiterentwicklung von Umwelttechniken ein Schwerpunkt seiner Amtszeit sei.

Neben grünen Technologien sei vor allem die Ausbildung die beste Investition zur Überwindung der Krise, so Katzer weiter, und wünschte sich eine Verbesserung der Qualität in den allgemeinbildenden Schulen. Individualisierter Unterricht dürfe kein Schlagwort bleiben. „Ausbildung und neue Technologien sind der Weg aus der Krise“, stimmte Wirtschaftsminister Axel Gedaschko dem Handwerkskammerpräsidenten in seiner Rede zu. Es sei wichtig, international eine Technologieführerschaft zu bekommen und die Auszeichnung zur „Green Capital“ bringe Hamburg weit nach vorne.
Er bedankte sich für die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer. Durch die schnelle und transparente Kommunikation sei es möglich gewesen, die angestrebten Maßnahmen des Konjunkturpaketes umzusetzen. Gleichzeitig bat er die Kammer, dem Senat Rückmeldung und Feedback zu geben, wenn Ziele konterkariert würden. Auch wies Gedaschko darauf hin, dass Zuschüsse für Projekte des Europäischen Sozialfonds nicht gestrichen werden. Genauso wenig würden bis 2013 Mittel aus dem Investitionshaushalt gestrichen. Am Rande der Veranstaltung kündigte der Wirtschaftsminister zudem an, sich für eine Verlängerung der Meistergründungsprämie um ein Jahr bis Ende 2010 einzusetzen.

Auszeichnungen für das Ehrenamt

Traditionell zeichnete die Handwerkskammer Hamburg auch in diesem Jahr wieder verdiente ehrenamtlich engagierte  Menschen im Handwerk aus. Die Silberne Verdienstmedaille erhielten Peter Fuhlendorff, Bootsbauermeister, Prof. Dr. Edwin Kreuzer, Präsident der Technischen Universität Hamburg Harburg, und Erhard Pumm, ehemaliger Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Karin Gehle