Stimmung ist Chefsache

Kommentar: Edgar Hummelsheim

Nichts kann so schlecht sein, als dass man es nicht noch schlechter reden könnte. In der Wirtschaftskrise kann man mit dieser Methode echte Dynamik erzeugen: Nach unten.

Edgar Hummelsheim, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwerin.
Unstrittig ist: Man muss sich gründlich informieren und auch die Belegschaft auf dem Laufenden halten. Wenn es nicht gut läuft, sich konkrete Dinge ändern, wichtige Auftraggeber wegfallen oder schmerzhafte Entscheidungen anstehen, müssen das die Mitarbeiter natürlich wissen. Permanentes Reden über die Krise kann aber kontraproduktiv sein. Irgendwie haben dann alle das Gefühl, es könnte sie selbst treffen. Man spart, baut ab, wird misstrauisch gegenüber den Kollegen. Das blockiert Leistungsvermögen und Kreativität, die doch gerade jetzt mehr als notwendig sind.
Es geht nicht darum, heile Welt zu spielen und Probleme zu verleugnen. Es geht vielmehr darum, die eigenen Stärken besser nach innen auszustrahlen. Genau das ist in der Krise wichtige Chefsache: positive Fakten finden und den Blick positiv in die Zukunft auszurichten.

Wer seine Mitarbeiter – auch mit Kurzarbeit – halten will und kann, wer trotz ungewisser Aussichten auch in diesem Jahr wieder neue Ausbildungsplätze anbietet, handelt zukunftsorientiert und glaubt daran, dass es weiter oder wieder nach oben geht. Das ist die wichtigste Botschaft an die Mitarbeiter und viel besser, als täglich seine Sorgen mit ihnen zu teilen.

Niemand wohnt gerne in einem Jammertal und im schlimmsten Fall gehen die besten Leute weg, wenn die Stimmung im Betrieb dauerhaft durch Pessimismus und Zukunftsangst belastet ist. In der Krise schaut alles auf den Chef. Schaut der nach vorne, tun es alle.

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e.hummelsheim@hwk-schwerin.de

Edgar Hummelsheim