Korbflechtmeister Ralf Eggert züchtet Weiden auf eigenem Feld
Woserin
Korbflechtmeister Ralf Eggert aus dem westmecklenburgischen Woserin legt in den kalten und feuchten Monaten die Grundlagen für Arbeit des gesamten Jahres.
Seit vier Jahren züchtet er Weiden auf seiner eigenen Plantage. 2009 hat er die erste Ernte eingefahren – rund zwei Tonnen hochwertige Ruten - so nennt der Fachmann die Weidenäste. „Das Züchten ist vor allem bei Schnee und Regen Knochenarbeit, die sich aber lohnt“, sagt der 45-Jährige. Er hat dafür 500 Quadratmeter Acker gepachtet. Und inzwischen festgestellt, dass die Zucht von Weiden anspruchsvoll und langwierig ist. Der Handwerker ist mittlerweile auch Landwirt. Er pflügt das Feld tief und lockert den Boden anschließend nochmals. Jeden einzelnen der 5.600 Stecklinge schneidet und steckt er selbst. Dabei muss er darauf achten, dass sie 28 Zentimeter lang, zwischen acht und zwölf Millimeter dick sind und mindestens drei sogenannte Augen haben. Dort schlagen später die Triebe aus, die Eggert ernten will. Seine bislang zehn Sorten hat er sich in Mecklenburg und Brandenburg gesucht. Einige seiner Pflanzenrohlinge importiert er aus Dänemark. „Die Pflanzen aus Nordeuropa treiben langsamer und halten deshalb länger“, sagt Eggert.
Sein Lohn für die schmutzige und harte Arbeit ist „hochwertiges Material in sehr verschiedenen Farben“. Die meterlangen Triebe schneidet er im Frühjahr, zieht sie nach Längen und bündelt sie. Dann hat der Meister die große Auswahl für die vielseitige Gestaltung seiner Korbprodukte.
Jens Seemann

