Handwerk genießt Vertrauen
Neujahrsempfang in Lübeck
Worin liegt der Unterschied zwischen Unternehmern und Managern? Wer kommt als erstes aus der Krise? Antworten auf diese und andere Fragen gab es beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Lübeck.
Mit Optimismus ins neue Jahr (v. li.): Hans Falkenhagen, Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer und Dr. Josef Schlarmann. |
Familienunternehmen
In seinem Vortrag beschrieb Schlarmann die derzeitige Krise als Vertrauenskrise, aus der diejenigen als erstes herauskämen, die das Vertrauen der Kunden genössen. Das seien „Familienunternehmen des Mittelstands, besonders des Handwerks“, so der MIT-Vorsitzende. Mittelständler legten eine „unglaubliche Widerstandskraft“ an den Tag. Dies sei auch kein Wunder, denn wer einen Familienbetrieb in zweiter oder dritter Generation führe, gebe nicht auf. Das sei der entscheidende Unterschied zwischen einem Familienunternehmen und Kapitalgesellschaften, bei denen es um Rendite gehe. „Stimmt die Rendite nicht, wird das Unternehmen abgestoßen“, so sein Fazit. Daher tue die Bundesregierung gut daran, dem Mittelstand zu vertrauen.
Kleinbetriebe auch als Maßstab
Auch Horst Kruse, Präsident der Handwerkskammer Lübeck, sieht die Kleinbetriebe des Mittelstands als Bollwerk gegen die Wirtschaftskrise. Alle Gesetze im Bund und im Land müssten sich am Mittelstand ausrichten, denn dieser stelle die Mehrheit der Betriebe und Beschäftigten innerhalb der Wirtschaft. „Wir wollen keine Gesetze für die Großindustrie, die durch Sonderregelungen und Spezialklauseln für den Mittelstand einigermaßen erträglich sind. Wir wollen einen Strategiewechsel hin zu einer generellen Politik für den Mittelstand“, so der Kammerpräsident.
Andreas Katschke

Mit Optimismus ins neue Jahr (v. li.): Hans Falkenhagen, Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer und Dr. Josef Schlarmann.