Konjunkturumfrage IV. Quartal 2009

Die Weichen für die Trendwende sind gestellt. Die Stimmungslage der Handwerksbetriebe im Bezirk der Handwerkskammer Lübeck hat sich in den Herbstmonaten von Oktober bis Dezember 2009 erneut verbessert.

Gut 300 Handwerksbetriebe haben auch diesmal wieder an der vierteljährlichen Konjunkturumfrage teilgenommen und beurteilten ihre wirtschaftliche Situation gegenüber dem III. Quartal 2009 wie folgt: 27 % nannten sie gut, 53 % befriedigend und 20 % schlecht (Vorquartal: 23 % gut, 57 % befriedigend, 20 % schlecht). Aufgrund dieser erneuten Stimmungsverbesserung kann davon ausgegangen werden, dass die infolge der weltweiten Finanzkrise auch betroffene Binnenkonjunktur die Trendwende geschafft hat.

Schlechtere Erwartungen saisonal bedingt
„Das Handwerk ist insgesamt mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte Horst Kruse, Präsident der Handwerkskammer Lübeck. Untermauert wird das durch die Tatsache, dass die Erwartungen für das IV. Quartal 2009 schlechter als die tatsächlichen Bewertungen waren, denn nur 11 % der Betriebe prognostizierten eine Verbesserung, 72 % kaum Veränderungen und 17 % eine Verschlechterung. Die schlechteren Erwartungen für das I. Quartal 2010 mit 13 % verbesserten, 60 % kaum veränderten und 27 % verschlechterten Bewertungen deuten auf einen lediglich saisonal bedingten Stimmungseinbruch im Winter hin.
Der Konjunkturindex, also der Anteil der guten und die Hälfte der befriedigenden Einschätzungen für einen langfristigen Vergleich, stieg von 51,5 auf 53,5 Punkte. Dadurch legte der durchschnittliche Konjunkturindex ab 1994 leicht um 0,1 Punkte auf 45,6 Punkte zu. Die maximale Differenz der Beurteilungen zur Geschäftslage in den einzelnen sieben Gewerbegruppen lag mit 13,5 Punkten sogar noch unter dem niedrigen Wert des Vorquartals. Demgegenüber lagen diese Differenzen in den ersten beiden Quartalen des Jahres noch bei 26 bzw. 34 Punkten.

Unterschiedliche Beurteilung in den Gewerbegruppen
Die sieben Gewerbegruppen beurteilten Ihre Geschäftslage im IV. Quartal 2009 sehr unterschiedlich. Eine fast unverändert ausgeglichene Stimmung im Bauhauptgewerbe wurde vom Ausbaugewerbe mit der besten Stimmungslage noch deutlich übertroffen. Die Handwerke für den gewerblichen Bedarf mit ihrer Verbindung zur Industrie verspürten ebenfalls eine leichte Stimmungsverbesserung so wie das Kraftfahrzeuggewerbe, das vom Auslaufen der Abwrackprämie im Werkstattbereich profitierte.
Sowohl das Nahrungsmittel- als auch das Gesundheitsgewerbe lagen etwa auf dem Niveau des durchschnittlichen Stimmungswertes aller Gewerbegruppen. Das personenbezogene Dienstleistungsgewerbe verzeichnete den größten positiven Stimmungsschub. Die weiteren Stimmungsindikatoren des IV. Quartals 2009 wie Beschäftigtenzahlen, Auftragsbestand, Umsatz, Investitionen und Verkaufspreise lagen trotz verbesserter Gesamtstimmung noch im negativen Bereich.

Die ausführliche Konjunktur-umfrage finden Sie im Internet unter www.hwk-luebeck.de

Nicole Lafrenz