Ohne Handwerk geht gar nichts

Imagekampagne gestartet

Autoteile bersten, Wände zerbröseln, Gebäck zerfällt spurlos: Was es bedeutet, ohne Handwerk zu leben, zeigt ein Fernsehspot, der am 16. Januar Premiere hatte. Mit dem Werbefilm startete die größte Imagekampagne, die das deutsche Handwerk je plante. Fünf Jahre wird sie laufen.

In Spielfilm-Qualität wurde der ungewöhnliche Werbespot produziert, aus dem einige der Bilder links stammen: Nicht nur Autos zerfallen im Film in ihre Einzelteile, es bleiben insgesamt wenige Errungenschaften der Zivilisation. Bis Ende des Jahres wird der Werbefilm rund 1.500 Mal laufen und damit die Frage beantworten: Wie sähe unser Leben ohne das Handwerk aus? Premiere war am 16. Januar um 20.14 Uhr. Alle namhaften privaten Fernsehsender nahmen den Spot zeitgleich ins Programm.

Größe, Vielfalt, Lebensnähe
Damit war der Auftakt gesetzt für eine bundesweite und auf fünf Jahre angelegte Imagekampagne des Handwerks. Der Deutsche Handwerkskammertag (DHKT) hat die Kampagne ins Leben gerufen. Ziel ist es, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks zu verdeutlichen und Jugendliche für eine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb zu begeistern. Der zentrale Claim „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan.“ thematisiert Größe, Innovationskraft, Vielfalt und Lebensnähe in dem Wirtschaftszweig. Das Budget der Kampagne beläuft sich auf 10 Millionen Euro jährlich.
Eine Forsa-Umfrage hatte im Jahr 2008 ergeben, dass die Bedeutung des Handwerks in der Gesellschaft, besonders unter Jugendlichen, unterschätzt wird. Dabei ist der Wirtschaftszweig mit fast einer Million Unternehmen, 4,8 Millionen Beschäftigten und rund 500 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft. „Wir wollen dem Handwerk zu dem Image verhelfen, das es angesichts seiner Modernität und Innovationskraft verdient“, das steht für die Macher fest.

Bundesweite Plakat- und Anzeigenschaltungen begleiten deshalb die Ausstrahlung des Fernsehspots. Schon zum Start der Kampagne hängen insgesamt 12.000 Plakate in 380 deutschen Städten. Der besondere Vorteil aber ist ein anderer: Während Konzerne ihre Werbung sehr teuer bezahlen müssen, kann das Handwerk auf fünf Millionen Botschafter und Träger der Kampagne hoffen – auf die Betriebsinhaber und ihre Mitarbeiter. Sie bekommen per Post Plakate und Aufkleber (siehe nächste Seite). Auch die Motive und das Logo können sie nutzen, zum Beispiel für Briefpapier und eigene Werbung. Mit diesem gemeinsamen Auftritt zeigt das Handwerk tatsächlich Größe.

Anemone Schlich/pm