Busfahrt in die Zukunft

Brennstoffzellen-Hybrid-Technologie

Gemeinsam mit dem Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, und dem Vorstandsmitglied der Hamburger Hochbahn AG, Ulrich Sieg, unternahm Handwerkskammerpräsident Josef Katzer eine Testfahrt mit dem neuen Diesel-Hybrid-Bus.

Im Dezember starteten der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, Vorstandsmitglied der Hamburger Hochbahn AG, Ulrich Sieg, und Handwerkskammerpräsident Josef Katzer eine Testfahrt mit dem ab Herbst einzusetzenden Brennstoffzellen-Hybrid-Bus. Los ging es standesgemäß vom alten Gewerbehaus der Handwerkskammer. „Die Kombination des dieselelektrischen Antriebes mit der Hybridtechnologie ermöglicht CO2-Einsparungen von rund 30 %. Solange fossile Brennstoffe noch zu einem einigermaßen realistischen Preis verfügbar sind, sind Diesel-Hybrid-Busse die besten Wegbereiter für die Brennstoffzellen-Hybrid-Technologie“, erläuterte Ulrich Sieg. „Langfristig ist es unser erklärtes Ziel, in Hamburg einen vollständig elektrifizierten Öffentlichen Personennahverkehr zu bieten.“

Diesel-Hybrid-Busse

Das Prinzip des Diesel-Hybrid-Busses zielt darauf ab, in den Phasen des Abbremsens und des Anfahrens weniger Energie zu verbrauchen. Allein beim Anfahren verbraucht ein normaler Bus rund zwei Deziliter Diesel. Hybrid-Busse verfügen sowohl über einen Diesel- wie auch über einen Elektromotor. Das Besondere: Während des Bremsvorganges wird mittels eines Elektroaggregates die dabei entstehende Energie in eine Lithium-Ionen-Batterie geladen. In herkömmlichen Bussen verpufft diese Energie ungenutzt als Wärme. Im Hybrid-Bus dagegen liefert die Batterie Energie für den elektrischen Antriebsmotor, der den Bus auf 15 bis 20 km/h beschleunigt. Erst dann schaltet sich der Dieselmotor ein. Auf diese Weise kann der CO2-Ausstoß deutlich vermindert werden. Im Einsatz moderner Technologien zum Schutze des Klimas und der Umwelt spielt die Hochbahn AG bereits seit einigen Jahren eine Vorreiterrolle. Im Herbst dieses Jahres werden die ersten zehn Brennstoffzellen-Hybrid-Busse des Typs Citaro FuelCELL-Hybrid in Hamburg ihren Dienst antreten.

Wachstum durch Klimaschutz
„Klimaschutz und Umwelttechnik sind der Zukunftsmarkt für das Handwerk“, bekräftigte der Hamburger Handwerkskammerpräsident zum Auftakt der Fahrt. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ihm schon seit langem eine Herzensangelegenheit: „Wir gehören mit zu den Pionieren im Bereich erneuerbarer Energien. Die Handwerkskammer bietet ihren Betrieben ein breites Beratungsangebot an, und immer mehr Betriebe nehmen dieses Angebot in Anspruch. Damit sparen sie nicht nur Kosten, sondern beteiligen sich auch am Klimaschutz“, so Katzer. Mit seinen kundennahen, überwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben ist das Handwerk ein idealer Anbieter im expandierenden Umweltmarkt. Das gilt für viele Gewerke. Hamburg hat sich bereits 2007 im Klimaschutzkonzept ambitionierte Ziele gesetzt. Gemeinsam wollen Senat und Wirtschaft die CO2-Emissionen bis 2012 um insgesamt zwei Millionen Tonnen pro Jahr gegenüber dem Jahr 2007 senken. Bis 2020 soll der CO2-Ausstoß um 40 % gesenkt werden. Gespart werden soll vor allem durch energieeffizientes Bauen und Sanieren. Hierin steckt ein enormes Wachstumspotenzial für die Bau- und Ausbaugewerke. Die Metropolregion Hamburg strebt eine Schlüsselstellung in den Bereichen „Energieeinsparung im Gebäudestand“, „erneuerbare Energien“ und „Elektromobilität“ an. Der neue Umweltmarkt ist längst nicht bloß der gesellschaftlichen Verantwortung zum Erhalt des Lebensraumes geschuldet. Vielmehr verspricht dieses neue Wirtschaftsfeld zukünftig die höchsten Zuwachsraten mit den größten Investitionen.

Kompetenzzentrum ELBCAMPUS
Nicht überraschend hatte die Busfahrt im ELBCAMPUS ihr Ziel. Der ELBCAMPUS, ist eines der modernsten Bildungs- und Dienstleistungszentren des Handwerks in Europa und sichert Handwerkern die Weiterbildung sowohl für heutige Standards als auch für die zukünftige Technik. Otto Kentzler, Ulrich Sieg und Josef Katzer besuchten unter anderem das 2009 eingeweihte Erdgaskompetenzzentrum. Heinrich A. Rabeling, Geschäftsführer des ELBCAMPUS, empfing die Gäste und erklärte die Gasabsorptionspumpe und die Funktionsweise des Eisspeichers. Die Handwerkskammer hat es sich zur Aufgabe gemacht, Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten, so dass alle Handwerker in die Lage gebracht werden, am neuen Umweltmarkt partizipieren zu können. Eine Institution auf diesem Gebiet ist das Zentrum für Energie-, Wasser- und Umwelttechnik, kurz ZEWU, das schon 1985 entstand und die letzte Station des Besuches war. Das ZEWU versteht sich als praxisorientierter Dienstleister in allen Umweltschutzfragen. Neben Beratungen und Fortbildungen entwickelt es gemeinsam mit den Betrieben Lösungsansätze und treibt die Verbreitung von erneuerbaren Energien in Hamburg mit voran.



Neue Serie rund um die Umwelt
Handwerkskammerpräsident Josef Katzer setzt einen Schwerpunkt seiner Amtszeit in die Weiterentwicklung der Umwelt- und Energietechnologie. Neben der gesellschaftlichen Verantwortung bedeutet der Zukunftsmarkt viele Chancen auf Wachstum und Arbeitsplätze. Aus diesem Grund startet NordHandwerk mit der Januar-Ausgabe eine Serie zu diesem Thema. In den kommenden Ausgaben werden wir die verschiedenen Aspekte dieses expandierenden Wirtschaftsfeldes vorstellen.

Karin Gehle