Bäcker Carsten Kruse produziert Knäckebrot in den USA

Dallas

Carsten Kruse weiß aus eigener Erfahrung, dass der Titel des deutschen Bäckermeisters im Ausland hohes Ansehen genießt.

Der 48-Jährige eröffnete 2004 die erste Knäckebrot-Bäckerei der USA „Doctor Kracker“. Das schwedische Vollkorngebäck produziert er im texanische Dallas – die vorerst letzte Station des Weltenbummlers mit Wurzeln im schleswig-holsteinischen Barmstedt.

In der väterlichen Backstube erlernte er Ende der 70er Jahre sein Handwerk. Dort arbeitete auch Geselle Udo Pfahl – wenn er nicht durch die Welt reiste. Beeindruckt von dessen lebhaften Reiseberichten, beschloss Carsten Kruse:  „Das will ich auch.“ Er erkundete die Welt und ist heute amerikanischer Staatsbürger.

Mit dem Meisterbrief in der Tasche heuerte er 1985 als Bäcker auf dem Kreuzfahrtschiff MS Europa an. Nach knapp zwei Jahren wechselte er in den amerikanischen Vertrieb einer Bremer Firma für Mehlmischungen und knüpfte später für eine amerikanische Supermarktkette ein Netzwerk von Bäckereien mit weit über 35.000 Angestellten. Dabei lernte er seinen heutigen Geschäftspartner George Eckrich kennen - ein Amerikaner der ebenfalls in Deutschland den Bäckerberuf gelernt hatte. Gemeinsam entwickelten sie die Idee einer Bäckerei für Kracker – der amerikanische Name für Knäckebrot. „Die Essgewohnheiten der Amerikaner bessern sich. Wir sind rechtzeitig gestartet und profitieren davon“, freut sich Kruse. Mittlerweile beschäftigt er auf 6.000 Quadratmetern 25 Angestellte – Tendenz steigend.

Jens Seemann