16. Januar, 20.14 Uhr

Standpunkt

Mit zunehmender Ungeduld und Spannung wartet das Handwerk auf den Beginn der bundesweiten Imagekampagne. Nun ist es – endlich – so weit: Am 16. Januar um 20.14 Uhr wird in allen bekannten privaten Fernsehprogrammen der starke Aufschlag der Kampagne gesetzt – zappen sinnlos!

In einem 60sekündigen Film wird einer breiten Bevölkerung anschaulich demonstriert, welche Selbstverständlichkeiten des täglichen Lebens ohne Handwerk undenkbar wären: nahezu alles!


 

 

 

 

 

Udo Hansen, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Flensburg.

Die öffentlich-rechtlichen Sender werden in den Tagen darauf in ihrer Werbung ebenfalls vom Handwerk geprägt sein. Die Imagekampagne – zunächst für fünf Jahre beschlossen – bietet die einmalige Chance, einer breiten Bevölkerung und allen gesellschaftlichen Gruppen die Größe, Vielfalt und Bedeutung des Handwerks näherzubringen. Es reicht gerade nicht, dass zahlreiche Politiker in Sonntagsreden die stabilisierende Funktion des Mittelstandes und insbesondere des Handwerks in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise hervorheben. Denn wenige Tage später wird dann wieder – um ein aktuelles Beispiel zu wählen – der Mehrwertsteuersatz nur für das Hotel- und Gaststättengewerbe gesenkt. Eine Möglichkeit, auch im Handwerk (ähnlich wie in Frankreich) einen solchen Schritt zu wagen und damit die Anreize für Schwarzarbeit zu vermindern, wurde mal wieder vertan.

Hoffentlich trägt die Kampagne dazu bei, hier ein Umdenken einzuläuten.Aber auch die innovativen und technisch sehr anspruchsvollen Inhalte zahlreicher handwerklicher Ausbildungsberufe müssen gerade jugendlichen Schulabgängern vermittelt werden. In der Vorstellung vieler Jugendlicher findet Handwerk mit seinen Möglichkeiten der Verwirklichung in vielen modernen Berufsbildern nicht oder nur sehr begrenzt statt.

Die Kampagne bietet daher die Chance, die Jugendlichen in ihrer Sprache abzuholen und für eine handwerkliche Ausbildung zu begeistern. Ein wichtiger „Nebeneffekt“ der Kampagne wird hoffentlich darin bestehen, dass auch innerhalb des Handwerks Stolz und Selbstwertgefühl wieder zunehmen. Allzu oft ist im Handwerk der Eindruck entstanden, wonach Mitarbeiter und Handwerksunternehmer gesellschaftlich nicht so anerkannt sind, wie es ihnen zukommt. Sehen Sie daher die Imagekampagne auch als Chance einer breiteren Anerkennung!

Vor allem aber: Machen Sie mit! Identifizieren Sie sich mit der Kampagne und tragen Sie die Inhalte der Kampagne nach außen. Ermuntern Sie ebenfalls Ihre Mitarbeiter, die Materialien der Kampagne – etwa als Aufkleber auf den Fahrzeugen – sichtbar werden zu lassen! Fast fünf Millionen Träger einer Werbekampagne – das hat es bisher nicht gegeben. Tragen Sie alle dazu bei, dass die Kampagne ein großer Erfolg für das Handwerk wird. Das Handwerk hat es verdient, wieder in aller Munde zu sein!

Udo Hansen