Mehr als zwei Tore
Handwerk auf dem WM-Fanfest
Wer hat selbst bei einem 0:0 zwei Tore gemacht? Richtig: Die Profis, die für die Wirtschaftsmacht von nebenan auf den Platz gehen.
Spätestens jetzt, nach den ers-ten Wochen der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika, wissen alle Hamburger Fans, was dieses Team der fünf Millionen darüber hinaus noch alles bewerkstelligt. Denn bei Deutschlands größtem Fanfest auf dem Heiligengeistfeld – Eintritt kostenlos – läuft vor und nach jeder Partie auf der 70 Quadratmeter großen Monitorwand der Spot zur Imagekampagne des Handwerks (im Internet unter www.handwerk.de).
Ohne Handwerk bröckelt der Putz, zerfällt die Zeitung zu Staub und bergen Schuhe mit hohen Hacken ein hohes Risiko. Bis zu 70.000 Fußball-Begeisterte amüsieren sich Tag für Tag über die Szenen, die zeigen, wie chaotisch eine Welt ohne handwerkliche Arbeit aussähe. An den Bauzäunen, die das Gelände eingrenzen, hängen zudem Banner mit den Kampagnen-Motiven und der Kampagnen-Slogan findet sich auf den Banden des Soccer-Feldes wieder, auf dem Freizeitfußballer zum Kick antreten können. Da sie sich aufs Toremachen so gut verstehen, wetteiferten auf dem Kleinfeld am 26. Juni 12 Handwerker-Teams, bestehend aus je vier Spielern aus einem Gewerk, um den Sieg bei einer eigenen Handwerker-WM.
Ghana holt den Titel
Bereits an Pfingsten hatte Hamburg sein erstes Fußball-Sommermärchen, die Fleischerinnung Hamburg ermittelte vorab die Weltmeister: E-Jugend-Teams aus der ganzen Stadt spielten um den Fleischer-Cup 2010. Über 800 Menschen – 320 kickende Kinder sowie Trainer, Eltern und Geschwister – verwandelten die Sportanlage an der Hagenbeckstraße in ein WM-Stadion. Jeder Mannschaft wurde eine WM-Nation zugelost. Und natürlich wurde zünftig gegrillt. „Fußball und Grillen gehören einfach zusammen“, findet auch Oheneba Breyna, Trainer von Hamburgs erstem „E-Jugend-Weltmeister“. Seine Mannschaft vom Bramfelder SV startete unter der Flagge Ghanas und setzte sich im Finale gegen die algerische Mannschaft vom Horner TV durch. „Ein super Turnier, bei dem alles gepasst hat“, freute sich Breyna. Und das, so der Wunsch der Fans, lässt sich am Ende hoffentlich ebenso von der WM in Südafrika sagen.
Claus Rosenau

