Drei Fragen an
Interview
Stephan Wolfrat, Technologietransferberater, Handwerkskammer Flensburg
Herr Wolfrat, der Sonderfonds Energieeffizienz in KMU soll Betriebe ermutigen, Energieeinsparpotenziale durch Beratungs- und Investitionszuschüsse zu nutzen. Welche Gewerke eignen sich dafür besonders?
Aus unseren Erfahrungen nutzen vor allem Betriebe mit einem vergleichsweise hohen Energiebedarf dieses Angebot. Dazu zählen neben Bäckereien auch Fleischereien, Tischlereien sowie Metallbaubetriebe und auch Autohäuser mit ihren Werkstätten.
Ist das Angebot für andere Betriebe uninteressant?
Nein – ganz im Gegenteil. Diese Aufzählung ergibt sich allein aus unseren Erkenntnissen hinsichtlich der bisherigen Inanspruchnahme des Programms. Generell ist zumindest eine Initialberatung nahezu jedem Betrieb zu empfehlen, da ein Externer sich ein Bild vom Betrieb macht und auch Dinge sieht, die man als Betriebsinhaber häufig gar nicht mehr als Schwachstelle wahrnimmt.
Die Auswahl eines Beraters ist nicht frei. Sie erfolgt aus dem bei der KfW gelisteten Beraterpool. Wie findet ein Betriebsinhaber den „richtigen“ Berater für seinen Betrieb?
Im Beraterpool sind die Berater unter anderem nach Regionen gelistet. Man sollte sich bei der Auswahl aber nicht nur von diesem Aspekt leiten lassen. Viel wichtiger ist es, in Erfahrung zu bringen, welcher Berater die Fachkompetenz für das eigene Gewerk mitbringt. Diese Information kann über Berufskollegen oder Interessenvertretungen wie Innung oder Fachverband erfolgen. Denn die gelisteten Berater haben sich zum Großteil spezialisiert und verfügen damit über spezielle Branchenkenntnisse, die einem Betrieb wirklich nützen. Vorabinformationen, beispielsweise zur Antragstellung, können aber auch über die Handwerkskammer und damit über meine Person bezogen werden.
Andreas Haumann

