Erhellende Einblicke

Girl‘s Day

Der Girl´s Day machte es möglich. Junge Schülerinnen aus den Klassenstufen sieben bis zehn einer Gesamtschule sowie von drei Gymnasien aus Flensburg erprobten sich in eher männertypischen Handwerksberufen. Hierzu öffneten die Handwerkskammer und die Kreishandwerkerschaft Flensburg Stadt und Land ihre Werkstätten.

Welche Tätigkeiten muss ein Tischler beherrschen? Welche Fertigkeiten verlangt das Maler- und Lackiererhandwerk? Auf diese Fragen wussten die jungen Schülerinnen am Ende eines anstrengenden, aber gewiss auch abwechslungsreichen Tages in den Werkstätten der Handwerkskammer bzw. der Kreishandwerkerschaft vermutlich mehr Antworten als noch zu Beginn des Tages. Als Teilnehmerinnen am Girl´s Day 2010 wurden ihnen nicht nur die Grundarbeitstechniken in diesen Handwerksberufen vermittelt. Sie durften auch selbst Hand anlegen und sich an verschiedenen Arbeitstechniken versuchen. Im Bereich der Tischlerwerkstatt sogar mit bleibenden Erinnerungen, da das von ihnen angefertigte Vogelhäuschen am Ende des Tages mit nach Hause genommen werden durfte.

„Unter dem Strich war es sicherlich für die Schülerinnen ein ereignisreicher Tag“, betonte die Ausbildungsplatzakquisiteurin der Handwerkskammer Flensburg, Svenja Kaszubowski. „Dieses Feedback haben wir nicht nur von den Schülerinnen, sondern auch von den beteiligten Lehrwerksmeistern bekommen.“

Termin erschwerte Planung

Etwas enttäuscht zeigte sich die Kammermitarbeiterin über die Resonanz von Seiten der Schulen, hatte aber auch eine Begründung parat. „Es lag wohl daran, dass die Zugriffsmöglichkeiten auf die verschiedenen Werkstätten und damit auch das Angebot an die Schulen vergleichsweise spät bekannt waren. Zudem lagen die Schulferien direkt vor dem Girl´s Day. Auch das erschwerte die Planung. Das wird im nächsten Jahr sicher besser laufen“, so Kaszubowski, denn 2011 findet der Girl´s Day direkt vor den Osterferien statt. So waren diesmal nur neun Schülerinnen und sogar ein Schüler am Start.

Letzterer zeigte sich im Friseursalon überrascht, welche Kreativität und Fingerfertigkeit dieser Beruf abverlangt. Von der geringeren Teilnehmerzahl profitierten alle Schülerinnen. Denn so fand eine noch intensivere Betreuung durch die Lehrwerkmeister statt, die sich zufrieden zeigten und ihren Spaß hatten. „Es gefiel wirklich sämtlichen Schülerrinnen sehr gut“, so Tischlermeister Arne Frahm. Die notwenige Kreativität, die auch ein Tischler gerade in der Umsetzung von Kundenwünschen benötigt, versuchten die Schülerrinnen beim Bau eines von den Formen her völlig individuellen Vogelhauses zu entwickeln.
„Und da waren sie mit großem Eifer dabei. Angefangen von der Zeichnung bis hin zur endgültigen Fertigstellung“, so Frahm.

Auch für Einzelbetriebe interessant

Der Girl´s Day und die Berichterstattung über diesen Tag in den Medien lassen vermuten, dass nur größere Firmen und Institutionen diese Form eines Tagespraktikums anbieten können. Doch das stimmt nicht. „Jeder einzelne Betrieb kann mitmachen, auch wenn nur Platz für ein Mädchen vorhanden ist“, betont Svenja Kaszubowski. Und sie empfiehlt es sogar: „Der Girl´s Day ist durchaus geeignet, mögliche Bewerberinnen für einen zukünftigen Ausbildungsplatz zu sichten.“ Gerade junge Mädchen versuchen sich zunehmend in männertypischen Berufen – und zwar mit sehr gutem Erfolg.

Weitere Infos über den Girl´s Day:
Svenja Kaszubowski, Tel.: 0461 866-194,
E-Mail: s.kaszubowski@hwk-flensburg.de,
oder unter www.girls-day.de

Bildnachweis: Jekat; Haumann

Andreas Haumann