Gut für Umwelt und Geldbeutel
Energieeffizienzberatung
Seit 2008 existiert der „Sonderfonds Energieeffizienz in KMU“. Die Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und der KfW-Bankengruppe möchte die Energieeffizienzpotenziale in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) durch finanzielle Unterstützung erschließen. Die Bäckerei Kalinka in Schuby gehört zu den ersten Handwerksbetrieben, die dieses Programm genutzt haben.
Bäckermeisterin Susan Kalinka (li.) im morgendlichen Gespräch mit Marion Fechner und Lehrling Florian von der Lieth. |
„Sonderfonds Energieeffizienz in KMU“ – dieser vielleicht etwas sperrige Titel darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit diesem Programm Betrieben der Zugang zu energiesparenden Technologien deutlich erleichtert wird. Nicht nur finanziell, sondern auch durch die Kompetenz der Berater, die für dieses spezielle Programm bei der KfW gelistet sind.
Informationsdefizite beseitigen
Ziel des Programms ist es, bestehende Informationsdefizite hinsichtlich der betrieblichen Energie-Einsparmöglichkeiten zu überwinden und einen Anreiz für Investitionen zur Verbesserung der Energieeffizienz zu bieten. Der „Sonderfonds Energieeffizienz in KMU“ setzt sich aus zwei möglichen Komponenten zusammen – zum einen aus der sogenannten „Energieeffizienzberatung“, zum anderen aus den „Investitionskrediten für Krediteinsparmaßnahmen“. Während der Investitionskredit darauf abzielt, Investitionen im Bereich der Energieeinsparung durch Bundesmittel zinsgünstiger zu gestalten, beinhaltet die sinnvollerweise immer vorzuschaltende „Energieeffizienzberatung“ großzügige Zuschüsse für eine qualifizierte und unabhängige Beratung. Durch diese Beratung – die sich noch in Initial- und Detailberatungen unterscheiden lässt – sollen Schwachstellen bei der Energieverwendung aufgezeigt und Vorschläge bzw. konkrete Maßnahmenpläne für den Einsatz energiesparender Technologien gemacht werden.
Wenig Aufwand – großer Nutzen
Susan Kalinka, 39-jährige, selbstständige Bäckermeisterin aus Schuby, hat auf dieses Angebot zurückgegriffen. „Wir haben über unseren Landesinnungsverband von der Möglichkeit erfahren, sich die Beratung zum Thema Energieeinsparung über den Sonderfonds zu großen Teilen fördern zu lassen“, sagt Kalinka zur Entstehungsgeschichte. Die Bäckerei Kalinka hat nicht das komplette Angebot des Sonderfonds benötigt. „Wir haben nur die Initialberatung in Anspruch genommen und schon darüber sehr viel Nützliches erfahren“, so die Bäckermeisterin.
Bis zu 80 Prozent Förderung
Für diese Initialberatung erhalten Betriebe einen Zuschuss in Höhe von bis zu 80 % des förderfähigen Tageshonorars von 800 €. Das heißt maximal 640 € an Förderung pro Tag. Bei einer maximalen Bemessungsgrundlage von 1.600 € kann so ein Höchstzuschuss von 1.280 € für die Initialberatung gewährt werden. Für die Detailberatung, die deutlich in die Tiefe geht und mehr Tageswerke des Beraters benötigt, werden noch bis zu 60 % des förderfähigen Tageshonorars von 800 €, d. h. 480 €, übernommen. „Bei uns dauerte die Beratung nur wenige Stunden. Es gab ein Vorgespräch und eine Besichtigung der Bäckerei, bei der unter anderem auch der Maschinenpark und die Einsatzzeiten der Maschinen untersucht wurden.“
Bereits dieser kurze Kontakt zu dem Energieeffizienzberater brachte die Bäckerei bei der Umstellung auf energiesparende Technik weiter. So sparte die Bäckerei bereits im ersten Jahr ca. 2.500 € an Gaskosten, da man im Bereich der Kühlanlagen eine Wärmerückgewinnung installiert hatte. Auch im Bereich der Stromkosten konnte viel Geld gespart werden, wobei sich gerade die Umstellung auf energiesparende Beleuchtungskörper bezahlt gemacht hat. „Die angekündigte Strompreiserhöhung um 20 % für das Jahr 2009 haben wir nicht gemerkt. Wir mussten lediglich 3,67 € nachzahlen“, freut sich auch Susan Kalinka über den messbaren Erfolg.
So wird sich auch die Investition in die Wärmerückgewinnungsanlage (Kosten: 15.000 €) innerhalb weniger Jahre bezahlt machen. Davon ist Susan Kalinka überzeugt. „Ich bin froh, dass wir mitgemacht haben. Viele von den Dingen, die wir mit dem Berater besprochen haben, konnten schnell und unkompliziert bei uns in der Bäckerei umsetzt werden. Uns hat die Initialberatung auf jeden Fall geholfen, im Bereich von Gas und Strom viel Geld zu sparen“, lautet ihr Fazit.
Nähere Auskünfte zum „Sonderfonds Energieeffizienz in KMU“ erhalten Interessierte unter
www.energieeffizienz-beratung.de
Weitere Informationen erhalten Sie auch über die Technologietransferberatungsstelle der Handwerkskammer Flensburg,
Ansprechpartner:
Dipl. Ing. Stephan Wolfrat,
Tel: 0461 866-238,
E-Mail: s.wolfrat@hwk-flensburg.de
Bildnachweis: Haumann
Andreas Haumann

Bäckermeisterin Susan Kalinka (li.) im morgendlichen Gespräch mit Marion Fechner und Lehrling Florian von der Lieth.