Langer Frost hinterlässt Spuren

Konjunkturlage im Handwerk

Wann wird es endlich wieder wärmer? Das fragten sich in wachsender Zahl Hamburger Handwerksmeister, je fester der Frost die Stadt im zurückliegenden Winter im Griff hatte. In der jüngsten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer zeigen sich die Dellen, die die lange Kälteperiode verursachte.

Der Start ins Jahr war holprig. Der harte Winter machte auch dem Hamburger Handwerk zu schaffen.
Als die Fragebögen der Handwerkskammer zur Konjunkturentwicklung im Winterhalbjahr 2009/2010 und zu den Erwartungen für den Sommer im März bei den Betrieben eintrafen, steckte noch Frost im Boden. Ein böses Frühlingserwachen gab es auf den Straßen, wo sich Schlagloch an Schlagloch reihte. Aber nicht nur dort, auch in den Auftragsbüchern des Hamburger Handwerks hatte der Winter Frostspuren hinterlassen. Symptomatisch ist die Klage eines Dachdeckermeisters: „Nicht einmal auf die Dächer komme ich, um mir Schäden und Sanierungsfälle anzuschauen und die Angebote zu kalkulieren!“

Zuversichtlich für den Sommer

Rückblickend auf das Winterhalbjahr bewerteten 33 % der Hamburger Handwerksunternehmer die geschäftliche Lage als schlecht, unter ihnen viele aus den Bau- und Ausbaugewerken (Vorjahr: 21 %). Immerhin 15 % (Vj.: 20 %) standen auch bei Eis und Schnee noch auf der Konjunktursonnenseite und gut jeder zweite Handwerksmeister bewertete das Ergebnis des Winterhalbjahres mit befriedigend.
Trotz teilweise erheblicher Umsatz- und Auftragsrückgänge und Verzögerungen bei Bauprojekten blieb die Beschäftigungslage weitgehend stabil. In 75 % der Betriebe gab es keine Veränderungen bei der Zahl der Beschäftigten, während 7 % sogar Neueinstellungen vornahmen. In 18 % der Betriebe sank dagegen die Zahl der Mitarbeiter – überwiegend als Folge der eingefrorenen Geschäftsentwicklung.
Mit Blick auf das Sommerhalbjahr 2010 zeigt sich das Hamburger Handwerk sehr optimistisch. 36 % der Meister erwarten, dass die Konjunktur bald wieder kräftig anzieht. Nur ein sehr kleiner Teil von 6 % geht von einem weiterhin verhangenen Konjunkturhimmel aus. Auch bei der Beschäftigung stehen die Zeichen wieder deutlich auf Zuwachs, so dass für das Jahr 2010 insgesamt mit einer stabilen Beschäftigungslage im Hamburger Handwerk zu rechnen ist.

Damit bleibt das Hamburger Handwerk, mit Ausnahme des Kfz-Handwerks und der Feinwerktechnik, weiterhin von einschneidenden Auswirkungen der internationalen Wirtschaftskrise verschont. Vorteilhaft dürfte sich 2010 die Hamburger Konjunkturoffensive auswirken, denn erst im Laufe dieses Jahres werden die größten Kuchenstücke vergeben und stabilisierende Wirkung zeigen.

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Klaus Fischer