Erlebnisse, die man nicht vergisst

Auslandspraktikum für Lehrlinge

Für 20 Lehrlinge aus dem Kammerbezirk Lübeck hieß es im Frühjahr Koffer packen und auf ins dänische Odense. Der Handwerkernachwuchs nahm an einer Gruppenfahrt mit integriertem Schnupperpraktikum in dänischen Betrieben teil. Was sich ihnen bot, war ein spannender Einblick in den Arbeitsalltag im Nachbarland.

Ein Auslandspraktikum ist die ideale Möglichkeit, andere Kulturen kennen zu lernen und hautnah zu erleben, wie in anderen Ländern gearbeitet wird, findet Maike Jansen. Sie muss es wissen, denn als Mitarbeiterin des Mobilitätsbüros MoiNN (Mobilität im Netzwerk Nord) der Handwerkskammer Lübeck organisiert und begleitet sie seit fast zwei Jahren einwöchige Gruppenreisen für Lehrlinge nach Skandinavien.

„Auslandserfahrung ist auch im Handwerk gefragt“, sagt Maike Jansen, „und wir von MoiNN unterstützen Lehrlinge und deren Ausbildungsbetriebe bei der Durchführung von Praktika in Skandinavien.“ Jeder Teilnehmer einer Gruppenreise absolviere ein Schnupperpraktikum in einem Handwerksbetrieb und komme „mit vielen neuen Ideen, Erfahrungen und Fachkenntnissen zurück.“

Gemeinsame Sprache gefunden

Mit einer Gruppe von 20 Lehrlingen aus insgesamt zehn Gewerken ging es im Frühjahr nach Odense, die drittgrößte Stadt Dänemarks. Im Gepäck: jede Menge Erwartungen und ein wenig Sorge, ob es mit der Verständigung im Praktikumsbetrieb klappen wird. Die war unbegründet, meint Stina Zieplies, eine der Teilnehmerinnen. „Zum Glück findet man im Handwerk schnell eine gemeinsame Sprache, auch über Ländergrenzen hinweg“, erzählt die 24-Jährige, die bei Angela Ziemer in Kiel im dritten Lehrjahr zur Maßschneiderin ausgebildet wird. Für ein Auslandspraktikum habe sie sich schon immer interessiert, daher hat sie sich sofort um einen Platz bei der Gruppenfahrt nach Odense beworben. Ihre Eindrücke von der Woche im dänischen Praktikumsbetrieb sind durchweg positiv. „Mich hat besonders beeindruckt, dass meine erlernten handwerklichen Fähigkeiten, Tricks und Kniffe als Sprachersatz bzw. als Kommunikationsmittel gedient haben.“

Auch für Antonia Hamann war das Praktikum ein ganz besonderes Erlebnis. Sie lernt im dritten Lehrjahr Feinwerkmechanikerin, ausgebildet wird sie im Technik- und Logistikzentrum des Kieler Forschungsinstituts IFM-GEOMAR. „Die dänischen Kollegen haben mir mehr zugetraut als in Deutschland“, freut sich die 21-Jährige, die zum ersten Mal ein Auslandspraktikum absolvierte. „Die Zeit war toll. Nach der Woche konnte ich mich nur schweren Herzens wieder trennen.“

Nach den Erfahrungen von Projekt-koordinatorin Maike Jansen gehören die Auslandspraktika für die meisten Teilnehmer zu den Erlebnissen, die sie nicht vergessen und von denen sie auch in Deutschland noch lange profitieren. „Die meisten Lehrlinge kommen hochmotiviert von ihrem Praktikum zurück“, so Jansen. Das Gefühl, etwas Außergewöhnliches erlebt und sich durchgebissen zu haben, mache sie oft selbstbewusster.

Lehrlinge als „Türöffner“

Doch nicht nur für die Lehrlinge, auch für deren ausbildende Betriebe kann sich das Schnupperpraktikum auszahlen. So können über das Praktikum Kontakte zu skandinavischen Betrieben aufgebaut werden, aus denen sich langfristig vielleicht sogar eine Zusammenarbeit entwickelt. Der Lehrling übernimmt praktisch die Rolle des „Türöffners“ zum ausländischen Betrieb. Das ist insbesondere für schleswig-holsteinische Betriebe interessant, die einen Markteintritt in Skandinavien planen, aber auch für solche, die dort schon aktiv sind.

Weitere Informationen:

MoiNN – Mobilität im Netzwerk Nord,
Projektkoordinatorin Maike Jansen,
Tel.: 0451 1506-265,
E-Mail: mjansen@hwk-luebeck.de
www.moinn.de

 

Bildnachweis: Schomakers, Jansen

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