„Gründerland Deutschland“
Beständigkeit entscheidet über den Erfolg
Obwohl die öffentliche Förderung zu den besten der Welt zählt, ist die Gründerquote in Deutschland im internationalen Vergleich recht bescheiden. Mit einer neuen Initiative will Berlin den „Unternehmergeist“ aus der Flasche locken.
Die beginnende wirtschaftliche Erholung bietet Raum für neue Geschäftsideen, findet die Bundesregierung. Doch längst nicht jeder, der eine gute und nachhaltige Geschäftsidee hat, wagt den Schritt in die Selbstständigkeit. Mit seiner Initiative „Gründerland Deutschland“ will das Bundeswirtschaftsministerium das ändern.
„Wir wollen uns für ein gesellschaftliches Klima stark machen, das Unternehmergeist fördert. Wir wollen gerade junge Menschen stärker für die Chancen des Schritts in die Selbstständigkeit sensibilisieren“, sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle in der Auftaktpressekonferenz in Berlin. Schwerpunkte des Engagements sollen innovative Gründungen und Unternehmensnachfolgen sein. Die Initiative wird unterstützt vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), vom Deutschen Industrie und Handelskammertag (DIHK) und vom Bundesverband der Freien Berufe (BFB).
„Gründerland Deutschland“ zielt konkret auf vier Teilbereiche: Mit Informationsangeboten und öffentlichkeitswirksamen Aktionen soll für die „Kultur der Selbstständigkeit“ geworben werden. In Schulen und Hochschulen soll das Unternehmertum stärker als berufliche Perspektive vermittelt werden. Durch verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten soll innovativen Gründungen der Weg geebnet werden. Eine „Informationsoffensive“ soll die Unternehmensnachfolge erleichtern helfen.
Quantität und Qualität
ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke unterstrich während der Auftaktpressekonferenz, dass das Handwerk „mit der Meisterausbildung die einzige umfassende und ganzheitlich angelegte Schulung zum Unternehmer“ hat. „Fachlich, betriebswirtschaftlich und pädagogisch wird der zukünftige Handwerksmeister auf seine Aufgaben als Unternehmer, Arbeitgeber und Ausbilder vorbereitet.“ Der Erfolg der Initiative messe sich nicht allein an der Zahl der Gründungen und Betriebsübernahmen, sondern auch an deren Beständigkeit.
Neben einer soliden unternehmerischen Grundbildung fordert der ZDH auch einen besseren Zugang zu Finanzierungsangeboten. Von den inzwischen deutlichen Beschränkungen in der Kreditvergabe seien Gründungsvorhaben genauso betroffen wie Finanzierungen bestehender Unternehmen. Benötigt werden vorrangig Betriebsmittelkredite, so Schwannecke.
Thomas Meyer-Lüttge

