Optimistische Prognose
Konjunkturumfrage
Das geringe Weihnachtsgeschäft und wohl mehr noch der lange, harte Winter haben im Handwerk Spuren hinterlassen. Vermutlich sogar mehr, als saisonbedingt üblich. Trotz der Eintrübung der Konjunktur sind alle Branchen für das II. Quartal überaus optimistisch.
Dass die jüngste Konjunkturumfrage das gute Ergebnis des IV. Quartals 2009 nicht erreicht hat, war zu erwarten. So berichteten im I. Quartal 2010 von den befragten Betrieben im Kammerbezirk (Kreise Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Nordfriesland und Dithmarschen sowie die kreisfreie Stadt Flensburg) 22 % über eine gute, 48 % über eine befriedigende und 30 % über eine schlechte Geschäftslage. Auch wenn damit die Werte des Vorquartals (39, 46 und 15 %) nicht erreicht werden konnten, lag das Ergebnis leicht über dem des I. Quartals 2009, welches für den direkten Vergleich besser erscheint.
Ergebnisse in den Branchen
Bezogen auf die Brancheneinzelergebnisse machte sich die Jahreszeit traditionell im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe bemerkbar. Allerdings sind die Umfragewerte nicht besorgniserregend und liegen oberhalb des Referenzquartals des Vorjahres. Für das Bauhauptgewerbe lagen die Werte für die Geschäftsbeurteilung bei 21 % „gut“, 43 % „befriedigend“ und 36 % „schlecht“. Die des Ausbaugewerbes lagen bei 33 % „gut“, 46 % „befriedigend“ und 21 % „schlecht“. Auch bei den übrigen Branchen, den Handwerken für den gewerblichen Bedarf, dem Nahrungsmittelgewerbe, dem Gesundheitsgewerbe und dem personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe erreichten die Zahlen nicht ganz die Werte des Vorquartals, obwohl gerade die beiden letztgenannten Branchen recht zuversichtlich den Jahresanfang prognostiziert haben. Am schlechtesten schnitt die Kfz-Branche ab, bei der 55 % der befragten Betriebe ihre Geschäftslage mit „befriedigend“ und 45 % mit „schlecht“ bewerteten.
Erfreulich stabil entwickelte sich im Gesamthandwerk die Beschäftigtenzahl. Gleiches gilt für den Auftragsbestand und auch für die Verkaufspreise im Vergleich zum Vorquartal. Leicht rückläufig zeigte sich dagegen die Investitionsneigung. Während 12 % der Betriebe über gestiegene Investitionen berichteten, reduzierten 38 % der befragten Unternehmen ihr Engagement in diesem Bereich. Der Umsatz sank dagegen im Berichtsquartal erwartungsgemäß fast bei jedem zweiten Betrieb.
Große Zuversicht für das II. Quartal
Mit einhelliger Zuversicht startet das Handwerk in das II. Quartal 2010. Gerade das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe beginnt das Jahr 2010 mit Schwung. Denn hier stehen unter anderem auch viele öffentliche Aufträge aus dem Konjunkturpaket II an, die in diesem Jahr noch abgewickelt werden müssen. Aber auch alle übrigen Branchen, ob nun die Handwerke für den gewerblichen Bedarf, das Nahrungsmittelgewerbe, das Gesundheitsgewerbe und sogar das Kfz-Gewerbe, rechnen mit einer spürbaren Konjunkturbelebung. In der Summe erwarten 47 % der Betriebe eine Verbesserung der Geschäftslage gegenüber dem I. Quartal, 48 % keine Veränderungen und 5 % eine Verschlechterung. Die Zahl der Beschäftigten bleibt dabei laut Umfrageergebnis unverändert.
Die optimistische Prognose legt nahe, dass das Handwerk als stabiler Wirtschaftsbereich nahezu unbeschadet durch die Krise gekommen zu sein scheint. Das psychologische Phänomen, dass ständiges Krisengerede vorsichtigere Prognosen zur Folge habe, trifft auf das Handwerk derzeit jedenfalls nicht zu. All dies bietet erfreuliche Perspektiven für das Jahr 2010.
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Andreas Haumann

