Objektleitung mit Perspektive
Maßgeschneiderte Qualifikation
Das Projekt Objek.tiv qualifiziert ältere Langzeitarbeitslose für den Wiedereinstieg in das Berufsleben. Acht Teilnehmer qualifizierten sich nun für einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt und versuchen so, dem Fachkräftemangel im Gebäudereinigerhandwerk entgegenzuwirken.
Erfolg mit Objek.tiv: Michael Klockmann (55) erhielt aus den Händen von Lucie Fieber, Leiterin des Fortbildungszentrums (rechts) und Sozialpädagogin Svenja Büttner (links) seine Abschlussurkunde. |
Der Fachkräftemangel in der Gebäudereinigerbranche einerseits und die Perspektive, über 50-Jährigen einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen, waren die Gründe für den Start des Projektes Objek.tiv im Jahr 2008. „In enger Abstimmung mit regionalen Betrieben aus der Reinigungsbranche haben wir im Fortbildungszentrum Lübeck ein Anforderungsprofil an künftige Objektleiter entwickelt“, erläutert Lucie Fieber, Leiterin des Fortbildungszentrums der Kammer.
Das Erfahrungswissen von älteren Arbeitnehmern wird noch viel zu selten in der betrieblichen Praxis genutzt. Besondere Hemmschwellen bestehen bei der Einstellung älterer Langzeitarbeitsloser, obwohl sie über oft langjährige Berufspraxis verfügen. Ziel des Fortbildungszentrums der Handwerkskammer Lübeck war es, diese Potenziale zu mobilisieren und neue Perspektiven für über 50-Jährige zu schaffen. „Aus Gesprächen mit Unternehmen der Gebäudereinigerbranche wussten wir von einem Facharbeiterbedarf im Bereich der Objektleitung“, berichtet Lucie Fieber, Leiterin des Fortbildungszentrums. „Für genau diese Positionen wollten wir ältere Arbeitssuchende durch eine maßgeschneiderte Qualifizierungsmaßnahme fit machen.“
Prüfung zum kaufmännischen Fachwirt
In Kooperation mit der ARGE Lübeck und Ostholstein und in enger Abstimmung mit regionalen Betrieben der Reinigungsbranche entstand so das Projekt Objek.tiv. Gestartet im April 2008, bereitete es über einen Zeitraum von zwei Jahren ältere Arbeitnehmer gezielt auf eine Führungstätigkeit als Objektleiter in der Gebäudereinigung vor. Auf dem Lehrplan der elf Projektteilnehmer aus Lübeck standen neben ausführlichen Fachkundeblöcken auch EDV- und Bewerbungstraining. Das Erlernte setzten die Männer in je zwei sechsmonatigen Praxisphasen in regionalen Reinigungsbetrieben um. Dabei schnupperten sie auch in artverwandte Bereiche hinein, zum Beispiel in das Hausmeisterwesen, die Gebäudeverwaltung oder Gebäudeenergieberatung. Alle Teilnehmer absolvierten auch die Prüfung zum Kaufmännischen Fachwirt (HWK) – eine wichtige Voraussetzung zur Übernahme von Führungsaufgaben. Da der Abschluss zugleich die Ausbildereignungsprüfung umfasst, haben die Teilnehmer mit bestandener Prüfung auch das Recht erworben, selbst auszubilden.
Nach Abschluss der Qualifizierungsmaßnahme im März 2010 hoffen die Teilnehmer nun auf einen erfolgreichen Wiedereinstieg ins Berufsleben. Für einen Teilnehmer erfüllte sich bereits dieser Wunsch: Er unterzeichnete vor kurzem einen Arbeitsvertrag bei seinem früheren Praktikumsbetrieb. „Wir gehen davon aus, dass auch die übrigen Teilnehmer aufgrund der fundierten und vielseitigen Qualifizierung, die sie in den vergangenen 24 Monaten erfahren haben, kurzfristig in Arbeit gehen werden“, so Nils Vorderberg, Betreuer des Projektes bei der ARGE Lübeck. Das Projekt ist Teil des „Zukunftsprogramms Arbeit“ des Landes Schleswig-Holstein. Es wurde aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.
Bildnachweis:Grünke
Ulf Grünke

Erfolg mit Objek.tiv: Michael Klockmann (55) erhielt aus den Händen von Lucie Fieber, Leiterin des Fortbildungszentrums (rechts) und Sozialpädagogin Svenja Büttner (links) seine Abschlussurkunde.