Starke Belebung erwartet
Konjunkturumfrage
Der lange, harte Winter zu Beginn des Jahres 2010 hat auch im Handwerk Spuren hinterlassen. So konnte zwar das gute Ergebnis des IV. Quartals 2009 nicht erreicht werden, dennoch startet das Handwerk mit Zuversicht in das neue Jahr.
Rund 300 Handwerksbetriebe haben auch diesmal wieder an der vierteljährlichen Konjunkturumfrage teilgenommen und beurteilten ihre wirtschaftliche Situation gegenüber dem IV. Quartal 2009 wie folgt: 8 % nannten sie gut, 57 % befriedigend und 35 % schlecht (Vorquartal: 27 % gut, 53 % befriedigend und 20 % schlecht). Nach einem erfreulichen Jahresausklang 2009 hat der lange, harte Winter im I. Quartal des Jahres 2010 deutliche Spuren hinterlassen, sodass die Ende 2009 erfolgte Trendwende unterbrochen, aber nicht wieder umgekehrt wurde. Denn die Betriebe gehen „durch die Bank weg“ für das Frühjahr 2010 von einer deutlichen Belebung aus, d. h. 39 % erwarten eine Verbesserung, 56 % kaum Veränderungen und nur 5 % eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation.
Zuversicht für das Frühjahr
„Das Handwerk startet mit Zuversicht in das neue Jahr. Das liegt zum einen daran, dass der Winter endgültig vorbei ist und gerade das Baugewerbe wieder in Schwung kommt. Zum anderen stehen öffentliche Aufträge aus dem Konjunkturpaket II an“, sagte Horst Kruse, Präsident der Handwerkskammer Lübeck anlässlich der Vorstellung der aktuellen Konjunkturumfrage. Der Konjunkturindex, also der Anteil der guten und die Hälfte der befriedigenden Einschätzungen für einen langfristigen Vergleich, ging aufgrund des Wintereinbruchs von 53,5 auf 36,5 Punkte zurück. Dadurch reduzierte sich der durchschnittliche Konjunkturindex ab 1994 um 0,2 Punkte auf 45,4 Punkte.
Die Stimmung hat sich stärker als saisonal üblich verschlechtert, denn die Erwartungen für das I. Quartal 2010 (Soll-Ist-Vergleich) waren besser, als der tatsächliche Geschäftsverlauf. So prognostizierten nur 13 % der Betriebe eine Verbesserung, aber 60 % kaum Veränderungen und 27 % eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Die maximale Differenz der Beurteilungen zur Geschäftslage in den einzelnen sieben Gewerbegruppen lag mit 13,5 Punkten genau auf dem Wert des Vorquartals, und der saisonale Stimmungseinbruch war im ganzen Handwerk deutlich zu spüren.
Schlechte Auftragslage
Der Schnee traf das Bauhauptgewerbe besonders hart und auch das Ausbaugewerbe geriet in diesen negativen Sog. Ebenso litten die industrienahen Gewerke unter dem langen Winter. Während das Kfz-Gewerbe noch am besten die Spur hielt, war ein stark zurückgehender „Stimmungshunger“ beim Nahrungsmittelgewerbe festzustellen. Das Gesundheitsgewerbe verspürte „Er-frierungserscheinungen“ bei der Beurteilung der Geschäftslage und auch das personenbezogene Dienstleistungsgewerbe war nicht sehr positiv gestimmt. „Angesichts der optimistischen Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung im II. Quartal wird das Handwerk seinem Ruf gerecht, als stabiler Wirtschaftsbereich nahezu unbeschadet durch die Wirtschafts- und Finanzkrise gekommen zu sein“, lautete daher das Fazit von Kammerpräsident Horst Kruse.
Die ausführliche Konjunkturumfrage lesen Sie wie gewohnt im Internet unter www.hwk-luebeck.de/Konjunktur
Bildnachweis: Grünke
Heiko Nissen

