Über den Wolken und unter der Erde

Umweltschutz auf allen Ebenen

Zwei Betriebe, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Was die „S.A.T. Sonnen- und Alternativtechnik“ aus Struckum und die Hamburger „MBR Umwelttechnik und Rohrreinigung“ verbindet, sind ehrliches Engagement für die Umwelt und nach­haltiger Erfolg auf einem anspruchsvollen Markt.

Neues Ausprobieren und Erfahrungen sammeln: Björn Jacobsen und Thorsten Höfer (v. li.) jüngstes „Steckenpferd“ ist die Elektromobiliät. Ihr Tesla Roadster dient mit  seinem 252 PS starken  Elektromotor gleichzeitig als „Studienobjekt“ und als Helfer bei der Öffentlichkeitsarbeit.
Wer mit Björn Jacobsen und Thorsten Höfer, den beiden Geschäftsführern des Unternehmens „S.A.T. Sonnen- und Alternativtechnik“ aus Struckum, über erneuerbarer Energien spricht, empfindet seine neun Jahre alte Ölheizungsanlage schnell als prähistorisch. Solarenergie, Biomasse, Wärmepumpen, Brennwertheizungen, Blockheizkraftwerken gehört die Zukunft, lautet die mit wenigen Worten, aber großer Überzeugungskraft vermittelte Botschaft. S.A.T. ist einer der führenden Spezialbetriebe für die Gewinnung und Nutzung regenerativer Energien in Norddeutschland. 180 Menschen arbeiten am Stammsitz und in den vier Niederlassungen.

1996 als klassischer Ein-Mann-SHK-Betrieb an den Start gegangen, brachte die im Jahr 2000 vorgenommene unternehmensstrategische Ausrichtung auf die Erneuerbaren S.A.T. auf die Überholspur. Profitiert hat das Unternehmen dabei von der staatlichen Förderung der Alternativen, besonders der Solarenergie. Müssen da nicht angesichts der anstehenden Kürzungen der Einspeisungsvergütung für Solarstrom oder des sich abzeichnenden Endes der staatlichen Unterstützung für Wärmepunpen und Holzpelletheizungen alle Alarmglocken läuten? „Keineswegs“, sagt Thorsten Höfer. „Im Grundsatz ist die Kürzung gerade bei der Photovoltaik in Ordnung. Der Markt ist schon gut entwickelt und funktioniert. Problematisch sind die vielstimmigen politischen Diskussionen. Sie verunsichern die Nachfrager und erzeugen, gemeinsam mit zu kurzen Vorlaufzeiten, erheblichen Druck auf die Betriebe. Mehr Planungssicherheit ist dringend notwendig.“

Gefragt nach ihrem Erfolgsrezept braucht das Geschäftsführerduo nicht lange nachzudenken. „Das Wichtigste ist umfassende Kompetenz und eine tiefe Überzeugung von der Richtigkeit der eigenen Arbeit“, sagt Björn Jacobsen. Nur durch Glaubwürdigkeit gewinne man das Vertrauen der Kunden und wecke Interesse für neue Ideen und Technologien.

S.A.T. engagiert sich in vielfältiger Weise, um die Öffentlichkeit für Umwelt- und nachhaltige Energienutzung zu sensibilisieren. Neben vielem anderen ist die Firma Initiator und Projektleiter des landesweiten Jugendwettbewerbs „JES! Energie in der Zukunft nur mit uns“, der unter der Schirmherrschaft des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministers steht.

Pionier am Umweltmarkt
Während die Sonne bei S.A.T. eine tragende Rolle spielt, ist sie in Maik Brömmes Betrieb nicht einmal als Nebenrolle besetzt. Das Tätigkeitsfeld der Hamburger „MBR Umwelttechnik und Rohrreinigung GmbH“ liegt zu großen Teilen im Erdreich. Ihr Metier ist die Rohrreinigung, die Kanalinspektion und neuerdings die Sanierung schadhafter Entwässerungssysteme. Maik Brömme, gelernter Sanitärinstallateurmeister und Betriebswirt im Handwerk (Schwerpunkt Regel- und Messtechnik), leistet mit 36 Mitarbeitern seinen Beitrag daran, dass die Trinkwasserqualität Hamburgs zu den weltweit besten gehört.

Maßstäbe gesetzt

Brömme zählt zu den Pionieren der Branche. „Als wir Mitte der 80er auf den Markt kamen, war Kanalinspektion kein wirkliches Thema. Da wurde noch mit Taschenlampen in die Rohre geguckt. Wir waren die ersten, die Kameratechnik eingesetzt haben“, erinnert sich Brömme. Einige Jahre später entwickelte er ein spezielles Druckprüfungsverfahren, das Maßstäbe gesetzt hat und die technischen Voraussetzungen schuf für das Hamburger Abwassergesetz (1997).

Durch das Wasserhaushaltsgesetz ist bundesweit seit Sommer 2009 jeder Eigentümer privater Grundstücke verpflichtet, sämtliche Entwässerungsleitungen und Schächte der häuslichen Abwasseranlagen auf Dichtheit überprüfen zu lassen. Die Prüfung muss bis spätestens 31. Dezember 2015 erfolgt sein.

„Für uns Hamburger ist das nichts Neues, da besteht die Verpflichtung schon lange. Und das ist im Interesse der Umwelt absolut richtig. In anderen Bundesländern läuft das jetzt an. Da entsteht ein neuer Markt mit großer Nachfrage“, sagt Brömme. Ein Markt, der auch zwielichtige Anbieter anlockt. Als problematisch für die Eigenheimbesitzer bewertet Maik Brömme, dass sie zu schlecht über das Thema Dichtheitsprüfung informiert sind. Prüfen dürfen ausschließlich zertifizierte Fachbetriebe, stellt er klar. Außerdem muss die Prüfung dokumentiert werden. Das gilt sowohl für optische Inspektionen mit der Kamera als auch für die Dichtheitsprüfung mit Wasser/Luft. Ohne Dokumentation ist die Prüfung völlig wertlos.

Bildnachweis: Werkfoto S.A.T.

Thomas Meyer-Lüttge