Erfreulich positiv
Konjunktur im II. Quartal 2010
Die Konjunktur im Bezirk der Handwerkskammer Flensburg hat im Frühjahr deutlich an Fahrt zugenommen. Dies ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage zum II. Quartal 2010. Nach dem verhaltenen Jahresauftakt, der ursächlich unter anderem mit dem langen Winter zu tun hatte, hatte sich das Handwerk in seiner Prognose für das Frühjahr bereits zuversichtlich gezeigt. Und diese positive Einschätzung traf nun auch zu.
Wie sich an den neuesten Zahlen der Konjunkturumfrage ablesen lässt, blickt ein Großteil der Betriebe auf ein positiv verlaufendes Berichtsquartal zurück. Nach der Auswertung der Antworten der rund 400 angeschriebenen Betriebe aus dem Kammerbezirk Flensburg (dazu zählen die Kreise Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Nordfriesland und Dithmarschen sowie die kreisfreie Stadt Flensburg) zeigten sich die Betriebe sehr zufrieden bis zufrieden mit der derzeitigen Lage.
42 % der befragten Betriebe bezeichneten ihre Konjunkturentwicklung im II. Quartal als „gut“, 44 % als „befriedigend“ und nur 14 % als „schlecht“. Damit wurden die Werte des Vorquartals (zum Vergleich: 22 %, 48 % und 30%) erwartungsgemäß übertroffen. Auch das für einen direkten Vergleich besser geeignete Vorjahresergebnis (II. Quartal 2009: 34 %, 54 % und 12 %) konnte noch leicht gesteigert werden.
Geschäftslage in den Branchen verbessert sich
Bezogen auf die Einzelergebnisse legten fast alle Berufsgruppen gegenüber dem I. Quartal 2010 zu. Einzig das Gesundheitsgewerbe (laut Umfrage: 14 %, 44 % und 42 %) urteilte über die Konjunkturentwicklung tendenziell negativ. Diese Branche hofft aber auch auf eine leichte Belebung im III. Quartal. Getragen wird das positive Gesamtergebnis in erster Linie von den Ergebnissen im Bauhauptgewerbe sowie im Ausbaugewerbe. Während im Bauhauptgewerbe 45 % der Betriebe ihre Geschäftslage mit „gut“, 46 % mit „befriedigend“ und 9 % mit „schlecht“ beurteilten, lagen die Werte im Ausbaugewerbe bei 52 %, 37 % bzw. 11 %.
Auch das Kraftfahrzeuggewerbe, das nach dem Auslaufen der Abwrackprämie mit großer Spannung der Entwicklung im Jahr 2010 entgegensieht, berichtete entsprechend der eigenen positiven Prognose über ein überwiegend gutes Quartal. Hier waren es 30 %, die eine gute, 60 %, die eine befriedigende und 10 %, die eine schlechte Wirtschaftsentwicklung verzeichneten.
Ähnlich den beiden erstgenannten Branchen verbesserten sich auch die Handwerke für den gewerblichen Bedarf gegenüber dem Vorquartal deutlich. 29 % der befragten Betriebe urteilten über die Geschäftslage mit „gut“, 51 % mit „befriedigend“ und 20 % mit „schlecht“.
Rundherum zufrieden zeigten sich die Betriebe des Nahrungsmittelgewerbes. Bei der Umfrage gab es keine Ausreißer nach oben oder unten. Sämtliche befragten Betriebe urteilten über ihre Geschäftslage mit „befriedigend“. Recht zufrieden blickten auch die Betriebe des personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe auf das II. Quartal zurück. Immerhin 70 % sprachen von einer guten, 10 % von einer befriedigenden und 20 % von einer schlechten Geschäftslage.
Gesamthandwerk: Beschäftigtenzahl legt leicht zu
Getragen von der guten Konjunkturentwicklung in der Mehrzahl der einzelnen Branchen, verzeichnete das Gesamthandwerk im Frühjahr einen leichten Anstieg der Beschäftigtenzahl, der so nicht prognostiziert worden war. Immerhin 23 % der befragten Betriebe sprachen über mehr und nur 8 % über weniger Mitarbeiter im Vergleich zum Vorquartal. Auch die Bereiche „Auftragsbestand“ und „Umsatz“ entwickelten sich tendenziell positiv. Die erzielbaren Verkaufspreise sowie die Investitionen verharrten in etwa auf dem Niveau des I. Quartals 2010.
Optimismus hält an
Leicht positive Zeichen begleiten auch die Prognose für das III. Quartal dieses Jahres. Immerhin 26 % der befragten Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung der Konjunktur, 66 % mit Verhältnissen wie im Berichtsquartal und 8 % mit einer Verschlechterung. Vom III. Quartal werden sogar weitere positive Beschäftigungseffekte erwartet, die allerdings ausschließlich auf die anhaltend positiv prognostizierte Entwicklung im Bereich des Bauhaupt- und Ausbaugewerbes zurückzuführen sind. Bei leicht steigenden Verkaufspreisen geht das Handwerk gegenüber dem II. Quartal ebenfalls von einem leichten Nachfrageanstieg aus.
Fazit
Von Krise keine Spur. Das Handwerk ist obenauf und berichtet über eine durchweg sehr erfreuliche wirtschaftliche Entwicklung. Gerade im Bereich der Bauberufe des Bauhaupt- und Ausbaugewerbes sind im
II. Quartal sicherlich nicht nur die Arbeiten erledigt worden, die durch den langen harten Winter einen Aufschub erfahren haben. Auch das Abarbeiten des Konjunkturpaketes II dürfte zu dieser überaus positiven Situation beigetragen haben. Erfreulich ist auch, dass das Kraftfahrzeuggewerbe, das gemäß eigener Einschätzung einem äußerst spannenden Jahr entgegensieht, 2010 einen guten Start hingelegt hat. In jedem Fall präsentiert sich das Handwerk im Kammerbezirk Flensburg in einer erfreulich stabilen Lage. Und angesichts der Umfrageergebnisse hinsichtlich der Prognose für das III. Quartal dürfte sich daran so schnell nichts ändern.
Bildnachweis: Haumann
Andreas Haumann

