Grenzübergreifende Ausbildung
Fehmarnbelt-Region
Die Handwerkskammer Lübeck wird sich in den kommenden Jahren an der Entwicklung neuergrenzübergreifender Ausbildungsangebote für die Fehmarnbelt-Region beteiligen. Dazu startete sie jetzt gemeinsam mit dänischen und deutschen Partnern das Projekt „2 Länder – 1 Ausbildung“.
Durch den geplanten Bau der Fehmarnbelt-Querung ab 2013 wird die berufliche Mobilität in der Grenzregion einen sehr hohen Stellenwert bekommen. Das schleswig-holsteinische Wirtschaftsministerium schätzt, dass während der Bauphase jährlich 6.000 bis 7.000 Arbeitskräfte für die gesamte Querung benötigt werden. Besonders gefragt werden Fachkräfte und Betriebe sein, die bereits Berufserfahrung im Nachbarland gesammelt haben und über Sprachkenntnisse verfügen. Der richtige Schritt ist es daher, dem deutschen und dänischen Fachkräftenachwuchs bereits während der Ausbildung Arbeitsaufenthalte im Nachbarland zu ermöglichen“, sagt Christian Maack, Geschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck. Und weiter: „Die grenzübergreifende Berufsausbildung wird für unsere Region immer wichtiger.“
Klare Vorteile
Die Vorteile grenzübergreifender Ausbildungen liegen auf der Hand: Die Auszubildenden erweitern ihre Sprach- und Fachkenntnisse, lernen den Markt des Nachbarlandes kennen und knüpfen Kontakte, die auch für ihre Ausbildungsbetriebe von Nutzen sind. Betrieben bietet sich die Möglichkeit, sich über ihre Auszubildenden den Markt im Nachbarland zu erschließen und mit dort ansässigen Betrieben zu kooperieren. Langfristig können sich so Grenzregionen zu zusammenhängenden Wirtschaftsmärkten entwickeln.
Ausbildung als Schlüssel zu einem Zusammenwachsen von Grenzregionen – so sieht es auch der Gesetzgeber und ermöglichte 2005 mit der Reform des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) die Verlagerung von Ausbildungsabschnitten ins Ausland als einen gleichwertigen Teil der Ausbildung. Danach darf jeder Auszubildende, der in Deutschland einen Ausbildungsvertrag hat, bis zu einem Viertel seiner Ausbildungszeit im Ausland absolvieren.
Rahmenbedingungen schaffen
Damit es in der Fehmarnbelt-Region zukünftig zur Selbstverständlichkeit wird, Teile der Ausbildung im Nachbarland zu absolvieren, startete die Handwerkskammer Lübeck im Sommer 2010 gemeinsam mit deutschen und dänischen Projektpartnern das Projekt „2 Länder – 1 Ausbildung“. „Wir werden jetzt die Rahmenbedingungen für eine grenzübergreifende Berufsausbildung schaffen“, sagt Projektkoordinatorin Helena Konrad. „In den kommenden Monaten werden wir ein Konzept erarbeiten, wie die Integration von Auslandsaufenthalten während der Ausbildung unkompliziert und gewinnbringend gestaltet werden kann“, so Konrad. Praktisch erprobt wird das Konzept dann bis 2013 in ausgewählten dänischen und deutschen Betrieben verschiedener Gewerke und Berufe.
„2 Länder - 1 Ausbildung“
Neu bei der Handwerkskammer Lübeck: Helena Konrad (Projektkoordinatorin, rechts) und Nina Rautenberg arbeiten im Projekt „2 Länder – 1 Ausbildung“ an einem Konzept zur Umsetzung der grenzübergreifenden Ausbildung in der Fehmarnbelt-Region.
Das Projekt „2 Länder – 1 Ausbildung“ (VET Qualification System) wird finanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Auf deutscher Seite liegt die Projektleitung bei der Handwerkskammer Lübeck. Partner sind die Industrie- und Handelskammer zu Lübeck und die Agentur für Arbeit. Außerdem beteiligen sich die Berufliche Schule des Kreises Ostholstein in Oldenburg und die Emil-Possehl-Schule. Die Gesamtleitung des Projekts übernimmt die berufsbildende Schule CELF mit Sitz in Dänemark. Weitere Projektpartner auf dänischer Seite sind die Jobcenter Guldborgdsund und Lolland, sowie die Beskæftigelsesregion Hovestaden og Sjælland und das Ausbildungsinstitut EUC Nordvestsjælland.
Kontakt:
Helena Konrad,
Projektkoordinatorin,
Tel.: 0451 1506-142,
E-Mail: hkonrad@hwk-luebeck.de,
Nina Rautenberg,
Projektmitarbeiterin,
Tel.: 0451 1506-268,
E-Mail: nrautenberg@hwk-luebeck.de,
Internet: www.internationaleprojekte.de
Bildnachweis: HwK Lübeck
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