Hochgesteckte Erwartungen nicht ganz erfüllt
Konjunkturumfrage
Der von den Betrieben erhoffte, deutliche konjunkturelle Aufschwung in den ersten Monaten des Jahres hat sich nicht eingestellt. Der sehr starke Stimmungseinbruch im langen Winter war offensichtlich zu heftig für ein boomendes Frühjahr. Dennoch ist eine deutliche Aufwärtsentwicklung festzustellen.
Im Bau- und Ausbaugewerbe zog das Geschäft nach dem harten Winter wieder deutlich an. |
Konjunkturindex deutlich gestiegen
Der Konjunkturindex, also der Anteil der guten und die Hälfte der befriedigenden Einschätzungen für einen langfristigen Vergleich, erhöhte sich aufgrund der Stimmungsverbesserung von 36,5 auf 54,5 Punkte. Dadurch nahm der durchschnittliche Konjunkturindex ab 1994 um 0,2 Punkte auf 45,6 Punkte zu.
Konjunktur in den Gewerbegruppen
Das Bauhauptgewerbe profitierte von der Schneeschmelze und das Ausbaugewerbe wies sogar die beste Stimmung von allen Gewerbegruppen auf. Die Erwartungen sind in beiden Gewerken ähnlich: knapp zwei Drittel der Betriebe gehen von einer gleichbleibenden Geschäftslage aus. Die einzige Gewerbegruppe, bei der die Auswirkungen der Wirtschaftskrise noch deutlich zu spüren sind, sind die industrienahen Gewerke. Hier bewerteten nur 2 % ihre Geschäftslage als gut, 60 % als befriedigend und 38 % als schlecht.
Während das Kfz-Gewerbe mit verhaltener „Stimmungsbeschleunigung“ aufwartet, gibt es die besten Zukunftserwartungen beim Nahrungsmittelgewerbe. Hier erhofft mehr als ein Drittel der Betriebe eine Verbesserung. Das Gesundheitsgewerk kommt nicht richtig in Schwung und das personenbezogene Dienstleistungsgewerbe liegt auf dem durchschnittlichen Stimmungswert aller Gewerbegruppen.
Umsatz steigt — Preise sinken
Die weiteren Stimmungsindikatoren des II. Quartals 2010 sind differenziert zu betrachten: Während Beschäftigtenzahlen, Auftragsbestand und Umsatz sich verbesserten, gingen Verkaufspreise und Investitionsbereitschaft zurück.
Optimistisch in den Sommer
Auch für den Sommer 2010 sind die Erwartungen optimistisch, das heißt, 28 % der Betriebe erwarten eine Verbesserung, 65 % kaum Veränderungen und nur 7 % eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation.
Die ausführliche Konjunkturumfrage lesen Sie im Internet unter
www.hwk-luebeck.de/Konjunktur
Bildnachweis: Grünke
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Im Bau- und Ausbaugewerbe zog das Geschäft nach dem harten Winter wieder deutlich an.