Hochgesteckte Erwartungen nicht ganz erfüllt

Konjunkturumfrage

Der von den Betrieben erhoffte, deutliche konjunkturelle Aufschwung in den ersten Monaten des Jahres hat sich nicht eingestellt. Der sehr starke Stimmungseinbruch im langen Winter war offensichtlich zu heftig für ein boomendes Frühjahr. Dennoch ist eine deutliche Aufwärtsentwicklung festzustellen.

Im Bau- und Ausbaugewerbe zog das Geschäft nach dem harten Winter wieder deutlich an.
In den Monaten April, Mai, Juni 2010 hat sich die Stimmungslage der knapp 16.500 Handwerksbetriebe im Bezirk der Handwerkskammer Lübeck nicht auf das erwartete hohe Niveau verbessert. Die knapp 300 an der vierteljährlichen Konjunkturumfrage teilnehmenden Handwerksbetriebe beurteilten ihre wirtschaftliche Situation gegenüber dem I. Quartal 2010 wie folgt: 24 % nannten sie gut, 61 % befriedigend und 15 % schlecht (Vorquartal: 8 % gut, 57 % befriedigend und 35 % schlecht). Bei der letzten Befragung 2009 hatten noch 39 % der Betriebe eine Stimmungsverbesserung, 56 % kaum Veränderungen und 5 % eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage erwartet.

Konjunkturindex deutlich gestiegen
Der Konjunkturindex, also der Anteil der guten und die Hälfte der befriedigenden Einschätzungen für einen langfristigen Vergleich, erhöhte sich aufgrund der Stimmungsverbesserung von 36,5 auf 54,5 Punkte. Dadurch nahm der durchschnittliche Konjunkturindex ab 1994 um 0,2 Punkte auf 45,6 Punkte zu.

Konjunktur in den Gewerbegruppen

Das Bauhauptgewerbe profitierte von der Schneeschmelze und das Ausbaugewerbe wies sogar die beste Stimmung von allen Gewerbegruppen auf. Die Erwartungen  sind in beiden Gewerken ähnlich: knapp zwei Drittel der Betriebe gehen von einer gleichbleibenden Geschäftslage aus. Die einzige Gewerbegruppe, bei der die Auswirkungen der Wirtschaftskrise noch deutlich zu spüren sind, sind die industrienahen Gewerke. Hier bewerteten nur 2 % ihre Geschäftslage als gut, 60 % als befriedigend und 38 % als schlecht.

Während das Kfz-Gewerbe mit verhaltener „Stimmungsbeschleunigung“ aufwartet, gibt es die besten Zukunftserwartungen beim Nahrungsmittelgewerbe. Hier erhofft mehr als ein Drittel der Betriebe eine Verbesserung. Das Gesundheitsgewerk kommt nicht richtig in Schwung und das personenbezogene Dienstleistungsgewerbe liegt auf dem durchschnittlichen Stimmungswert aller Gewerbegruppen.

Umsatz steigt — Preise sinken
Die weiteren Stimmungsindikatoren des II. Quartals 2010 sind differenziert zu betrachten: Während Beschäftigtenzahlen, Auftragsbestand und Umsatz sich verbesserten, gingen Verkaufspreise und Investitionsbereitschaft zurück.

Optimistisch in den Sommer

Auch für den Sommer 2010 sind die Erwartungen optimistisch, das heißt, 28 % der Betriebe erwarten eine Verbesserung, 65 % kaum Veränderungen und nur 7 % eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation.

Die ausführliche Konjunkturumfrage lesen Sie im Internet unter
www.hwk-luebeck.de/Konjunktur

Bildnachweis: Grünke

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