Beste Stimmung zum Jahresausklang

Konjunkturumfrage für das IV. Quartal 2011

Das Jahr 2011 wird als eines der besten in die Konjunkturgeschichte des Handwerks eingehen. Die Entwicklung der Geschäftslage hielt sich auf dem hohen Niveau der Vorquartale. Die positive Prognose erfüllte sich und sorgte sogar für eine leichte Steigerung bei den handwerklichen Konjunkturdaten.

Eine konjunkturell gute Stimmung
gab es im Kfz-Gewerbe.

Ungeachtet der Unsicherheiten im Euro-Währungsraum und an den Finanzmärkten setzte das Handwerk im Kammerbezirk Flensburg im IV. Quartal 2011 seinen wirtschaftlichen Höhenflug fort. Nach Auswertung der repräsentativen Umfrage, an der 400 Betriebe aus dem Kammerbezirk teilnahmen, wurde das gute Sommerquartal (III. Quartal 2011) im Ge­samtergebnis sogar noch leicht übertroffen.

Handwerk profitiert
Insgesamt urteilten 52 Prozent der befragten Betriebe über ihre Geschäftslage im IV. Quartal 2011 mit „gut“, 41 Prozent mit „befriedigend“ und 7 Prozent mit „schlecht“. Im Vorquartal waren es 49, 44 und 7 Prozent. Gerade in Zeiten, in denen Geldanlagen scheinbar recht unsichere Perspektiven bieten, scheint die Stunde des Handwerks zu schlagen, denn sowohl im Bereich des Wohnungsbaus wie auch bei den Zulassungen von Neufahrzeugen wurden bundesweit 2011 Rekordzahlen registriert. „Die Angst vor der Inflation lässt natürlich auch viele Kunden gerade auch aus dem Privatkundenbereich in Immobilien und andere Werte investieren. Davon profitiert das Handwerk“, sagt dazu Kammerpräsident Eberhard Jürgensen.

Zu den Profiteuren im Berichtsquartal zählten nahezu alle Branchen. Besonders auffallend war das Ergebnis im Bereich des Kraftfahrzeuggewerbes, gefolgt vom Bauhaupt- und Ausbaugewerbe. Das Kraftfahrzeuggewerbe profitierte von einem hohen Zuwachs des Auftragsbestandes, aber auch von einem Umsatzplus im Vergleich zum Vorquartal. Im Endergebnis sprachen 71 Prozent der befragten Betriebe von einem „guten“ und 29 Prozent von einem „befriedigenden“ Quartal.

Im Bauhauptgewerbe sprachen 58 Prozent von einer guten Konjunktur, 38 Prozent von einer befriedigenden und nur 4 Prozent von einer schlechten. Auch hier legte der Umsatz leicht zu und auch die Beschäftigtenzahl wurde gegenüber dem Sommerquartal noch leicht gesteigert.

Gleiches ist für den Bereich des Ausbaugewerbes festzustellen, das in etwa auf gleiche Konjunkturdaten kommt. Hier beurteilten 57 Prozent der Betriebe die Geschäftslage mit „gut“, 37 Prozent mit „befriedigend“ und 6 Prozent mit „schlecht“. Bei den Berufen des Ausbaugewerbes registrierten die Betriebe Zuwächse bei Umsatz, Auftragsbestand und Beschäftigung.

Auch die übrigen Branchen profitierten von der anhaltend guten Stimmung. Im Bereich des Nahrungsmittelgewerbes deuteten die Werte der Verkaufspreise, aber auch des Auftragsbestandes an, dass das Weihnachtsgeschäft den konsumnahen Nahrungsmittelhandwerken zusätzlichen Schwung verlieh. Nahezu jeder zweite Betrieb berichtete über höhere Verkaufspreise und einen höheren Auftragsbestand. So wurde auch von diesen Betrieben die Geschäftslage überaus gut bewertet. Immerhin 44 Prozent sprachen von einem „guten“, 45 Prozent von einem „befriedigenden“ und 11 Prozent von einem „schlechten“ Quartal. Unter dem Strich wurde auch in dieser Branche ein leichter Personalzuwachs verzeichnet.

Die Handwerke für den gewerblichen Bedarf – mit einer Geschäftslagenbeurteilung von 47 Prozent „gut“, 36 Prozent „befriedigend“ und 17 Prozent „schlecht“ – und das personenbezogene Dienstleistungsgewebe, bei denen die Zahlen bei 33 Prozent „gut“ und 67 Prozent „befriedigend“ lagen, dokumentieren die allgemeine gute Stimmung im IV. Quartal 2011.

Wie in den Vorquartalen fiel das Ergebnis im Bereich des Gesundheitsgewerbes etwas schwächer aus, wenngleich die Bewertung 100 % „befriedigend“ zumindest zeigt, dass auch in dieser Branche wirkliche Ausreißer nach unten eher die Seltenheit sind.

Erwartungen für 2012
Für den Beginn des Jahres 2012 erwartet das Handwerk im Kammerbezirk zu großen Teilen keine Veränderung. 66 Prozent der befragten Betriebe glauben an eine vergleichbare konjunkturelle Entwicklung wie im Berichtsquartal, 13 Prozent rechnen mit einer weiteren Steigerung und 21 Prozent mit einer schlechteren Geschäftslage. Generell erwartet das Handwerk einen leichten Nachfragerückgang. Auch die Investitionstätigkeit wird leicht rückläufig erwartet. Gleiches gilt für die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen.

Ob diese eher vorsichtige Einschätzung tatsächlich zutrifft, muss abgewartet werden. Gerade im Bereich des Bauhaupt- und Ausbaugewerbes konnte aufgrund der milden Witterung im Vergleich zu den beiden Vorjahren zum Jahresende sehr viel abgearbeitet werden, wodurch sicherlich auch der Auftragsbestand geschrumpft ist. Ob dies nun zum erwarteten saisonalen Rückgang führen wird, wie für das I. Quartal 2012 prognostiziert, wird man sehen. Dennoch bleibt als Ergebnis der letzten Konjunkturumfrage festzustellen, dass sich an der guten wirtschaftlichen Situation des Handwerks bislang nichts geändert hat.

 

Bildnachweis: Haumann

Andreas Haumann