Stadt muss nachbessern

Jahresschlussversammlung 2011

In seiner traditionellen Jahresschlussbilanz unterstrich Handwerkskammerpräsident Josef Katzer die gute Zusammenarbeit mit Bürgermeister Olaf Scholz und forderte gleichzeitig bessere Rahmenbedingungen gerade im Bereich der Umweltpolitik und des Flächenmanagements.

Handwerkskammerpräsident Josef Katzer
zog traditionell Jahresbilanz.

 

„Der Bürgermeister hat das Versprechen eingehalten, mit uns gemeinsam den ,Masterplan Handwerk 2020‘ zu entwickeln. Ich begrüße es, dass diese zukunftsweisende Vereinbarung so reibungslos funktioniert hat“, lobte Handwerkskammerpräsident Josef Katzer die gute Zusammenarbeit mit dem Ersten Bürgermeister Olaf Scholz. In seiner Jahresschlussrede vor über 300 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unterstrich er die Bedeutung des Masterplanes: „Wir haben damit ein Instrument geschaffen, das das Hamburger Handwerk strategisch stärken und verlässliche Rahmenbedingungen sicherstellen wird.“ Die besondere Stärke des Masterplanes liege in seiner jährlichen Fortschreibung, betonte er.

Trotz der europäischen Wirtschaftskrise sei die deutsche Wirtschaft, und damit auch das Handwerk, auf Wachstumskurs. „95 Prozent der Hamburger Handwerksbetriebe sind mit der Geschäftslage zufrieden oder bezeichnen sie als gut“, erklärte Katzer. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Prognosen für 2012 sehr zurückhaltend seien.

Kritisch äußerte sich der Handwerkskammerpräsident jedoch über die Um­setzung des Flächenmanagements: „Wir haben zwar vereinbarungsgemäß die Gelegenheit erhalten, zu allen Wohnungsbaupro­gramm-Entwürfen der Bezirke frühzeitig Stellung zu nehmen. Leider stellen wir fest, dass unsere Stellungnahmen zum großen Teil nicht einmal zur Kenntnis genommen wurden. So kann und so darf die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Politik nicht laufen.“ Katzer warb erneut für die Einrichtung von Gewerbehöfen und führte als Beispiel die Stadt München an. Die unterstützt Handwerker durch niedrige Mieten. Katzer appellierte an den Bürgermeister, sich endlich dieses Modells anzunehmen und damit einer Verdrängung von Handwerksbetrieben aus der Stadt entgegenzutreten.

Der Handwerkskammerpräsident unterstrich die seit Jahren engagierte Umweltpolitik der Stadt. Das Handwerk habe hierbei im Rahmen der UmweltPartnerschaft und des Klimaschutzkonzepts mit mehreren Projekten daran mitgewirkt. Josef Katzer kritisierte jedoch die Blockadehaltung von Bund und Ländern im Bereich der energetischen Gebäudesanierung und appellierte an die Politik: „Einigt Euch endlich, damit die von allen gebrauchte und gewollte Förderung wieder ins Laufen kommt.“ Darüber hinaus forderte er eine gezielte Landesförderung für die gewerbliche Qualifizierung von Umwelthandwerkern.

Bürgermeister Olaf Scholz erklärte: „Über die Verabschiedung des Masterplanes freue ich mich sehr. Mit ihm haben wir dem Hand­werk eine zentrale Bedeutung im Rahmen unserer Mittelstandspolitik gegeben.“


Silberne Verdienstmedaille
Die Handwerkskammer Hamburg ehrte in diesem Jahr Otto Kentzler, Präsident des ZDH, mit der Silbernen Verdienstmedaille für sein großes Engagement, das die erfolgreiche Imagekampagne des deutschen Handwerks erst möglich werden ließ. Auch Elke Kloppenburg, Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Hamburg, und Goldschmiedemeister Thomas Becker erhielten die Silberne Verdienstmedaille.

Die gesamte Jahresschlussrede steht im Internet unter www.hwk-hamburg.de zur Verfügung.

 

Bildnachweis: Seemann

Karin Gehle