Azubi-Gehälter kräftig gestiegen

Über drei Prozent mehr

700 Euro hat ein Lehrling 2011 durchschnittlich in Deutschland verdient. Bei der Ausbildungsvergütung verringert sich der Abstand im Tarifniveau zwischen Ost- und Westdeutschland weiter.

Die tarifliche Ausbildungsvergütung hat im vergangenen Jahr deutlich zugelegt. Durchschnittlich 700 Euro brutto bekam der Berufsnachwuchs monatlich von seinem Ausbildungsbetrieb. Das ist eine Steigung von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig verringerte sich der Unterschied im Tarifniveau zwischen Ost- und Westdeutschland weiter. Die Vergütungshöhe in den östlichen Bundesländern liegt um 9 Prozent unter der im Westen (2010 11%). Während ein Azubi in den alten Bundesländern durchschnittlich 2,9 Prozent mehr verdiente (insg. 708 €) als 2010, freute sich sein ostdeutscher Kollege über ein Plus von 4,9 Prozent (642 €). Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in der Auswertung der tariflichen Aufbildungsvergütungen für 2011.

Bei den berufsspezifischen Durchschnittswerten ist allerdings zu beachten, dass oft auch im gleichen Beruf die tariflichen Ausbildungsvergütungen je nach Branche und Region erheblich voneinander abweichen. Außerdem gelten die tariflichen Ausbildungsvergütungen nur in der betrieblichen Ausbildung. In der aus öffentlichen Mitteln finanzierten außerbetrieblichen Ausbildung erhalten die Lehrlinge in der Regel erheblich niedrigere Vergütungen. Sie sind in der BIBB-Berechnung nicht enthalten.

Deutliche Unterschiede
Wie zwischen den Lehrberufen (siehe Grafik), so gibt es auch zwischen den Ausbildungsbereichen erhebliche Unterschiede. Überdurchschnittlich hohe Vergütungen werden in Industrie und Handel (Ost: 701 €, West: 781 €) gezahlt. Unter dem Gesamtdurchschnitt liegen die Vergütungen im Handwerk, in den freien Berufen und in der Landwirtschaft. Wobei die Bonner Bildungsexperten darauf hinweisen, dass die Ausbildungsvergütungen zwischen den einzelnen Berufen gerade in Handwerk (Ost: 477 €, West: 583 €), Industrie und Handel stark differieren.

 

Thomas Meyer-Lüttge