ZDH in Kürze
HandwerksInteressen
Vereinbarkeit ist das Ziel

In der Diskussion um das geplante Betreuungsgeld mahnte Handwerkspräsident Otto Kentzler, das Ziel der Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht aus den Augen zu verlieren. „Von ihren Zielen ist die Politik jedoch meilenweit entfernt“, sagte Kentzler in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dadp mit Blick auf fehlende Krippen- und Kitaplätze.
Ab August 2013 haben alle Kinder unter drei Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Bund und Länder haben sich verpflichtet, bis dahin 750.000 Betreuungsplätze bereitzustellen. Weit über 200.000 Plätze fehlen noch. „Erst wenn die Infrastruktur steht, darf die Politik damit beginnen, sich weitere Wohltaten zu überlegen“, so Otto Kentzler.
Rezessionsangst unbegründet
In einem Statement für die Bildzeitung trat ZDH-Präsident Otto Kentzler der vermehrt geäußerten Furcht vor einem Wirtschaftsabschwung im laufenden Jahr entgegen. Viele Handwerksbranchen hätten volle Auftragsbücher, der Binnenmarkt sei stabil, die Betriebe wollen Beschäftigung aufbauen. „Die Staatsschuldenkrise ist zwar eine Bedrohung. Es gibt jedoch keinen Grund, Rezessionsängste zu schüren“, so Kentzler. Der ZDH rechnet bundesweit mit einem Wachstum von 1,5 Prozent.
Versäumnisse werden verdeckt
Die Reform der Pflegeversicherung bleibt „in zaghaften Ansätzen stecken“. In der Rentenversicherung wird über neue Ausgaben geredet, anstatt die Beiträge zu senken. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung wird gar nicht mehr ernsthaft gesprochen. Das sagte ZDH-Präsident Otto Kentzler gegenüber der Nachrichtenagentur dadp. Der Aufschwung habe zu hohen Einnahmen für die Sozialversicherungen geführt. Sie aber verdeckten die „gravierenden Strukturprobleme“ der Systeme. Der ZDH fordert die Politik zu weitergehenden Reformanstrengungen auf.
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Thomas Meyer-Lüttge

