Schlecht für die Zufriedenheit

Viele Arbeitnehmer schöpfen Urlaubsanspruch nicht aus

Ungefähr zwölf Prozent ihres Urlaubsanspruchs haben die Arbeitnehmer in Deutschland im vergangenen Jahr nicht genutzt.

Das zeigt eine vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) veröffentlichte Studie.

Der durchschnittliche tarifliche Urlaubsanspruch beträgt 30 Tage. Im Jahr 2009 verzichtete im Durchschnitt jeder Beschäftigte auf drei Tage pro Jahr. Dabei haben jüngere Arbeitnehmer im Alter bis 24 Jahre den meisten Resturlaub, ältere ab 55 den wenigsten. Der Autor der Studie, Ökonom Daniel Schnitzlein, vermutet, der Urlaubsverzicht solle den Vorgesetzten demonstrieren, wie hoch die eigene Arbeitsmotivation sei. Tatsächlich erhielten laut Studie „urlaubfaule“ Beschäftigte im Folgejahr einen um fast 40 Cent höheren Stundenlohn als diejenigen, die ihren Urlaub voll ausgeschöpft hatten.

Urlaubsverzicht hat aber auch negative Konsequenzen. Wer seinen Urlaubsanspruch nicht voll ausgeschöpft hatte, war im Folgejahr auffallend unzufriedener mit seiner Gesundheit und in seiner Freizeit.

 

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Thomas Meyer-Lüttge