Gesunde Mitarbeiter als Kapital
Kampagne „Unternehmen unternehmen Gesundheit“
Gesundheit ist unser wichtigstes Gut. Viele Unternehmen fördern die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Denn wer gesund ist, ist leistungsfähiger. Eine Kampagne des Bundesgesundheitsministeriums will vor allem kleine und mittlere Betriebe für Gesundheitsförderung begeistern.
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„Wir haben auf viel Tageslicht geachtet, neueste Luftaustauschsysteme installiert und bei den einzelnen Arbeitsplätzen ergonomische Vorgaben berücksichtigt“, erklärt Angelika Schütz, Personalchefin des Nersinger Werkes und verantwortlich für die Gesundheitsförderung. Für die Gesundheit der Mitarbeiter wird einiges getan. Regelmäßig gibt es Yogakurse, Lauftreffs, Wirbelsäulengymnastik oder progressive Muskelentspannung im Anschluss an die Schicht.
Mitarbeiter müssen mitmachen
Die Terminpläne hängen am Schwarzen Brett und können von allen eingesehen werden. „Das meiste organisieren die Mitarbeiter. Das ist sehr wichtig, weil der Schwung unserer Idee, gesundheitliche Prävention in allen Bereichen zu verwirklichen, damit nicht verloren geht“, sagt Angelika Schütz. Damit ein Kreislauf aus Analyse, Maßnahme, Bewertung und Neuplanung entsteht, ist es wichtig, dass sich die Mitarbeiter beteiligen, feste Strukturen schaffen und immer wieder neue Anstöße liefern.
Gesundheitsmanagement ist aber nicht nur etwas für Großkonzerne. Mit der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF)können auch kleine und mittlere Unternehmen aktiv etwas für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter tun. Im Rahmen der BGF gibt es Maßnahmen, mit denen angemessen auf die gesundheitlichen Beanspruchungen der Beschäftigten und die veränderten psychischen Belastungen, zum Beispiel durch den zunehmenden Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Zeitdruck, reagiert werden kann.
So ist es möglich, durch die Einbeziehung von Arbeitsmitteln, der Arbeitsumgebung, der Arbeitszeit und -organisation, der Sozialbeziehungen sowie individueller Anpassungen und eines unterstützenden Umfelds die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Beschäftigten zu fördern. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, die Lebenssituation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in ebenfalls zu berücksichtigen.
Kampagne mit guten Beispielen
Hier setzt die Kampagne des Bundesgesundheitsministeriums „Unternehmen unternehmen Gesundheit“ an. Sie richtet sich insbesondere an die kleinen und mittleren Unternehmen, will diesen helfen, sich besser zu vernetzen, und richtige Anreize setzen. Über die Veröffentlichung vieler positiver Beispiele sollen die Betriebe zur Nachahmung angeregt werden. Unter www.Unternehmen-unternehmen-Gesundheit.de finden sich über 120 Best-Practice-Beispiele von Betrieben aus dem gesamten Bundesgebiet, die die Gesundheit ihrer Mitarbeiter in unterschiedlichen Bereichen fördern.
Bereits seit dem Jahr 2000 läuft ebenfalls in Bayern das betriebsübergreifende Projekt „Gesunder Rücken im Holzhandwerk“. Der Fokus liegt hierbei auf der Rückengesundheit der Beschäftigten in den Betrieben. Angesetzt wird bei den Auszubildenden, um bereits frühstmöglich ein rückengerechtes Verhalten am Arbeitsplatz zu vermitteln. Daneben werden auch Meisteranwärter als potenzielle Führungskräfte geschult. Das Projekt, an dem neben Handwerksunternehmen in ganz Bayern die AOK Bayern und die Berufsgenossenschaft Holz und Metall beteiligt sind, durchliefen bisher tausende von Auszubildenden und etwa 2.000 Meisteranwärter.
Kompetente Partner
Wie im obigen Beispiel nutzen auch in den norddeutschen Bundesländern viele Handwerksbetriebe die Präventionsangebote der Krankenkassen. So unterstützt beispielsweise die IKK-Nord ihre Mitglieder aktiv mit einem Präventionscenter. Versicherte werden hier umfassend über bestehende Präventionsangebote informiert und beraten.
Gleichzeitig werden Vorsorgeangebote entwickelt und Aktivitäten in der betrieblichen Gesundheitsförderung koordiniert. Die klassischen Themenbereiche der BGF sind Bewegung, Ernährung, Entspannung und Sucht. Für den Bereich Stressmanagement werden ebenfalls Konzepte entwickelt und Präventionsangebote durchgeführt.
Die meisten Krankenkassen bieten diese Form der Beratung und Betreuung für Versicherte und Betriebe an. Die Kosten für die Teilnahme an den Kursen übernimmt in der Regel die Krankenkasse – dies gilt übrigens auch für den Besuch von Kursen und Maßnahmen anderer anerkannter Anbieter. Für Betriebsinhaber ist die gesundheitliche Förderung ihrer Mitarbeiter übrigens kein Zuschussgeschäft. Denn neben Maßnahmen und Kursen, die die Krankenkassen zahlen, sind zusätzliche Aufwendungen des Arbeitgebers zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands der Mitarbeiter und der betrieblichen Gesundheitsförderung bis zu einer Höhe von 500 € pro Beschäftigten und Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei.
Sinnvolle Umsetzung
Bei der betrieblichen Gesundheitsförderung gibt es zwei Maßnahmenbereiche. Die Verhaltensprävention umfasst Maßnahmen, die auf das Verhalten von Menschen ausgerichtet sind und die Verhältnisprävention diejenigen, die Arbeitsbedingungen analysieren. Eine klare Trennung ist in der Praxis meist nicht möglich und auch nicht sinnvoll, da sich beide Bereiche gegenseitig beeinflussen. Ist ein Beschäftigter etwa über- oder unterfordert und zeigt er Stresssymptome, so ist es nur mit Kursen zur Stressbewältigung nicht getan. Auch die Umstände am Arbeitsplatz beziehungsweise der Arbeitsplatz selbst müssen analysiert und gegebenenfalls verändert werden.
Dieses simple Beispiel zeigt schon, dass „Gesundheitsförderung von der Stange“ in der Regel nicht den gewünschten Effekt erzielen wird. Denn erfolgt keine individuelle Analyse, ist die Gefahr groß, dass wichtige Problemfelder nicht erkannt oder die Beschäftigten nicht erreicht werden. Ein gutes Konzept sollte deshalb die Ressourcen, Möglichkeiten und Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berücksichtigen.
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Ergänzend zum Internetauftritt hat das Bundesgesundheitsministerium die Broschüre „Unternehmen unternehmen Gesundheit. Betriebliche Gesundheitsförderung in kleinen und mittleren Unternehmen“ herausgegeben. Die Broschüre kann im Internet kostenlos unter www.Unternehmen-unternehmen-Gesundheit.de heruntergeladen werden.
Warum Gesundheitsförderung?
Arbeitgeber
• Sicherung der Leistungsfähigkeit aller Mitarbeiter
• Erhöhung der Motivation durch Stärkung der Identifikation mit dem Unternehmen
• Kostensenkung durch weniger Krankheits- und Produktionsausfälle
• Steigerung der Produktivität und Qualität
• Imageaufwertung des Unternehmens
• Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
Arbeitnehmer
• Verbesserung des Gesundheitszustandes und Senkung gesundheitlicher Risiken
• Reduzierung der Arztbesuche
• Verbesserung der gesundheitlichen Bedingungen im Unternehmen
• Verringerung von Belastungen
• Verbesserung der Lebensqualität
• Erhaltung/Zunahme der eigenen Leistungsfähigkeit
• Erhöhung der Arbeitszufriedenheit und Verbesserung des Betriebsklimas
• Mitgestaltung des Arbeitsplatzes und des Arbeitsablaufs
Massnahmen zur Gesundheitsförderung
Arbeitgeber
• Gesunde Kantinenkost
• Gesundheitsfördernde Arbeitsplatzgestaltung
• Resundheitsgerechte Mitarbeiterführung
• Rauchfreier Betrieb, Verbesserung des Betriebsklimas (Mobbing, Mitarbeiterführung)
• Etablierung von Gesundheitszirkeln, bauliche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung
• Arbeitsplatzwechsel, flexible Arbeitszeiten
• Leitbild, transparente Kommunikation, Führungskompetenz
Arbeitnehmer
• Ernährungskurse, Ernährungsberatung
• Rückenkurse, Walking
• Kurse zur Entspannung, Stressmanagement, Weiterbildung
• Kurse zur Tabakentwöhnung, Hilfs- und Beratungsangebote
Steuerlicher Vorteil
Einkommensteuergesetz (EStG), § 3 Nr. 3: Betriebliche Gesundheitsförderung
„Steuerfrei sind zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte Leistungen des Arbeitgebers zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes und der betrieblichen Gesundheitsförderung, die hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20a des Fünften Buches Sozialgesetzbuch genügen, soweit sie 500 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen.“
Weiterführende Infos
• Deutsches Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung (DNBGF)
www.dnbgf.de
• iga – Initiative Gesundheit und Arbeit
www.iga-info.de
• KMU-Kompetenznetzwerk
www.kmu-komp.de/was-bietet-das-netzwerk
• Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung
www.bgf-institut.de
• AOK-Institut für Gesundheitsconsulting
www.aok-business.de/niedersachsen/institut-gesundheitsconsulting/gesundheitsconsulting.php
Bildnachweis: Techniker Krankenkasse
Kerstin Gwildis



