Erfolgreiche Starthilfe

Außerbetriebliche Berufsausbildung

Derzeit werden 75 Jugendliche und junge Erwachsene in der Berufsbildungsstätte Travemünde außerbetrieblich ausgebildet. Ziel ist der Wechsel in eine betriebliche Lehre. Dabei unterstützen sie Ausbildungsmeister, Sozialpädagogen und Lehrkräfte.

Bezirksleiterin Nancy Wehenkel (li.) gab Karen Hinze (re.) eine zweite Chance. Sie kann ihre Ausbildung bei der Bäckerei Von Allwörden GmbH abschließen.

Karen Hinze hat es fast geschafft. Die 26-Jährige ist im dritten Lehrjahr in der Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk bei der Bäckerei Von Allwörden GmbH. Aufgrund ihrer sehr guten Noten wird sie die Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzen, danach ist ihr eine feste Anstellung bei ihrem Ausbildungsbetrieb sicher. Kaum vorstellbar, dass die Zeichen am Beginn der Ausbildung nicht so gut standen. Die Leistungen von Karen Hinze überzeugten damals nicht und es folgte die Kündigung in der Probezeit. Sie setzte ihre Ausbildung außerbetrieblich in der Berufsbildungsstätte Travemünde fort.

Die Berufsbildungsstätte der Handwerkskammer Lübeck führt die außerbetriebliche Berufsausbildung bereits seit 1981 im Auftrag der Agentur für Arbeit bzw. der Jobcenter durch. Ausgebildet wird zurzeit in den Berufen Metallbauer, Metallbearbeiter, Maler/Lackierer, Fachverkäufer, Fleischer und Friseur.

Sozialpädagogische und Lernbetreuung
Die außerbetriebliche Ausbildung soll vor allem lernbeeinträchtigten und sozial benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen zum beruflichen Einstieg verhelfen. Neben den Ausbildungsmeistern kümmern sich auch Sozialpädagogen und Lehrkräfte um die Auszubildenden. Sie arbeiten mit ihnen gezielt an ihren Fähigkeiten. „Wir wollen die Jugendlichen stärken und ihnen so den Berufsabschluss ermöglichen“, sagt Eric Weidemann, Sozialpädagoge in der Berufsbildungsstätte Travemünde.

Auch Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, profitieren von der außerbetrieblichen Ausbildung. So wie der 18-jährige Nils Friedrichsen. Trotz seines sehr guten Notendurchschnitts fand er nach dem Schulabschluss keine Lehrstelle. In der Berufsbildungsstätte Travemünde begann er daher eine außerbetriebliche Ausbildung in seinem Wunschberuf Maler und Lackierer. Mit Beginn des zweiten Ausbildungsjahres wechselte er in eine betriebliche Ausbildung bei der Lübecker Firma Raumdesign Berner. Inhaber Günther Berner war nach einem Praktikum von Nils Friedrichsen Qualitäten überzeugt und übernahm ihn im September 2011 in die betriebliche Ausbildung.

Brigitta Rehwoldt, Leiterin für Sondermaßnahmen in der Berufsbildungsstätte, möchte noch mehr Betriebe dazu motivieren, Jugendlichen aus der außerbetrieblichen Ausbildung eine Chance zu geben. „Die Vermittlung der Jugendlichen in Ausbildungsbetriebe hat für uns Priorität“, so Rehwoldt. „Wir geben den jungen Leuten bei uns das nötige Rüstzeug mit auf den Weg, um in einer betrieblichen Ausbildung zu bestehen. Was sie brauchen, ist die Chance, das bei den Betrieben unter Beweis zu stellen.“

Zweite Chance genutzt
Karen Hinze bekam ihre zweite Chance. Das zweite Lehrjahr absolvierte sie in der Berufsbildungsstätte. Ihre Leistungen verbesserten sich so sehr, dass ihre Ausbilderin Kerstin Erlwein sich gemeinsam mit ihr um eine Rückkehr zu Allwörden bemühte. Mit Erfolg. Das dritte Lehrjahr absolviert sie nun wieder in ihrem alten Ausbildungsbetrieb und ist sich sicher: „Diesmal schaffe ich es.“

Kontakt:
Brigitta Rehwoldt,
Bereichsleiterin Sondermaßnahmen,
Tel.: 04502 887-304,
E-Mail: brehwoldt@hwk-luebeck.de.

 

Bildnachweis: hfr

Anja Schomackers